Max Schreck und die Veränderungen in der Filmkunst – Susanne Haun

Murnaus Nosferatu (Max Schreck) in ist ein Zeugnis der Filmkunst.

Ich habe mir den gesamten Stummfilm auf DVD angeschaut. Er ist wirklich sehr dramatisch. Aber er ist mir auch sehr fern. Ich mußte bei den Händen von Max Schreck an Edward mit den Scherenhänden denken, ob hier der Nosferatu als Vorlage diente? Ich bekomme zu diesem Film nur sehr schwer einen Zugang. Es ist unglaublich, heute sind die Filme zum größten Teil Dialoge und es werden die Gesichter in Großaufnahme gezeigt, so dass ich beim Zuschauen meine schnellen Portraitskizzen machen kann.

Skizze 2 - Max Schreck als Nosferatu - von Susanne Haun
Skizze 2 - Max Schreck als Nosferatu - von Susanne Haun

Murnaus Film scheint aus vielen Gemälden zu bestehen, in denen die Figuren in dramatischen Position verharren. Sicher – das ist auch dem fehlenden Ton geschuldet. Es war nicht einfach, während des Films Szenenfotos zu skizzieren.
Kinski liegt mir viel näher als Schreck. Mit Kinski bin ich ja aufgewachsen: „Hier spricht Edgar Wallace!“ tönte es aus dem Fenrnseher im Familienwohnzimmer und danach die Legende Kinski in den 70zigern. Da habe ich beim Zeichnen einen Charakter, ja eine Meinung vor Augen – bei Max Schreck habe ich nichts vor Augen außer die DVD, die dann zu wenig für ein Portrait ist.

Max Schreck als Nosfratur - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten
Max Schreck als Nosfratur - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Ich bin trotzdem zufrieden mit der Auseinandersetzung. Es muss ja nicht immer leicht sein, was ich mir vornehme. Ich habe dann, um mich selbst zu motivieren von der DVD zu der mir wohlbekannte Serie „Cold Case“ von a href=“http://de.wikipedia.org/wiki/Jerry_Bruckheimer“>Jerry Bruckheimer umgeschaltet, die im Gegensatz zu Murnaus Nosferatu auf keinen Fall als Kunst bezeichnet werden kann … Aber auch wenn die einzelne Serie von Cold Case keine Kunst ist, was ist mit dem Werk von Jerry Bruckheimer? Filmkunst? oder Massenmedium? Oder beides?

Det. Will Jeffries aus Cold Case - Skizze von Susanne Haun - 15 x 15 cm - Füller
Det. Will Jeffries aus Cold Case - Skizze von Susanne Haun - 15 x 15 cm - Füller

Und wieder sind wir bei unserer Frage:
Wer oder was ist ein Künstler und warum? Murnau ist ein Künstler – ohne Frage! Und Jerry Bruckheimer? Ein Unterhalter? Ist aber nicht Murnau in seiner Zeit auch ein Unterhalter gewesen? Wie sieht es in 100 Jahren mit Bruckheimer aus?
Ist das nicht eine schwere Frage?

In den Notizen von Gerhard Richter findet sich 1964: „Für mich existiert durchaus eine Hierarchie der Bildthemen, Stockrüben und Madonna (in Bezug auf Jungfrau Maria) sind nicht gleichwertig, auch nicht als Kunstobjekte.“

Det. Nick Vera aus Cold Case - Skizze von Susanne Haun - 15 x 15 cm - Füller
Det. Nick Vera aus Cold Case - Skizze von Susanne Haun - 15 x 15 cm - Füller

Ich freue mich sehr über eure Kommentare, die noch bis Sonntag 12.00 Uhr für die Verlosung abgegeben werden können.
Danach schließe ich die Kommentare bis 18 Uhr. Es erfolgt dann die Bekanntgabe der Gewinner für meine Zeichung Schutzengel und das Überraschungspaket von Hahnemühle.

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