Die Versuchung des heiligen Antonius · Illustration · Was es sonst so gibt! · Zeichnung

Allein mit des Teufels Vater – Zeichnung von Susanne Haun

Es ist gut zu lernen, dass alleine sein (für eine gewisse Zeit) eine Bereicherung für das eingene Leben ist.

Allein sein – in der Wohnung oder im Atelier – bedeutet die absolute Konzentration auf das eigene ICH.

Und es ist gut, dass ICH zu betrachten, zu mögen und zu kennen.

Eselskopf (c) Zeichnung von Susanne Haun
Eselskopf (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich habe festgestellt, dass ich in diesem Zustand sehr gut arbeiten kann.

Ich dachte, ich benötige die Anwesenheit von Menschen und Geräuschen um mich herum, um zeichnen zu können. Nun habe ich gelernt, dass die Einsamkeit und das Beschäftigen mit mir selber eine Gedankenflut auslöst, die meinen Zeichnungen gut tut.

Ich habe Rituale aufgebaut, die mich in diesen besonderen Zustand versetzen. Ich bereite eine Kanne Tee zu, mit frischem Ingwer, Blüten und Pfefferminze. Das Wasser dafür muss kochend heiß sein und dampfen.

Ich trinke den Tee und schaue aus dem Fenster. Im Sommer ist alles dunkel grün und die Natur strotzt vor Gesundheit. Im Winter bilden die kahlen Zweige ein Gestrüpp aus Linien. Ich trinke die erste Tasse Tee, das leere Blatt liegt vor mir.

Wie sieht der Vater des Teufels aus, von dem Flaubert in seinem Zitat im heiligen Antonius spricht?
„Und einer zeigt hinter einem Teppich einen Mann mit einem Eselskopf. Er stellt Sabaoth, den Vater des Teufels, dar.“ Flaubert in den Antoniusversuchungen

Saboath - Des Teufels Vater - 65 x 50 cm - Zeichnung von Susanne Haun
Saboath – Des Teufels Vater – 65 x 50 cm – Zeichnung von Susanne Haun

Wie sieht also dieser Vater des Teufels aus, von dem gesagt wird, dass er einen Eselskopf auf seinem männlichen Körper trägt? Ist der Vater auch des Teufels? Oder ist er gar ein Engel vom Charakter? Welches Verhältnis hat er zu seinem Sohn.?
Wähle ich einen dunklen oder einen hellen Hintergrund?

Ich beginne zu zeichnen, die Linien fließen leicht in meiner Einsamkeit aus der Feder. Ich kann mich vollständig auf mein Werk konzentrieren.

For my english speaking reader:
I learned, being alone is an enrichment for life. I have more quiescent for my drawings and I can think more about it.

34 Kommentare zu „Allein mit des Teufels Vater – Zeichnung von Susanne Haun

  1. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich bin gerne allein unterwegs zum Fotogragfieren oder genieße die Stunden morgens allein im Büro – da bekomme ich mehr weg geschafft als am restlichen Tag…

        1. Du erfährst nur etwas über dich Jens, wenn du dir gegenüber ehrlich bist und dir die Fragen stellst, die dir am meisten wehtun.
          Rollen spielen? Nein, dass sollte man nicht. Wichtig ist, immer man selber zu sein.
          Vielleicht ist es ein Anfang, dass du dich fragst, wer du mit dem Herzen bist und nicht wer du zu sein spielst…..

          1. Warum Fragen stellen, die am meisten weh tun?
            Jeder spielt eine Rolle, bist du immer gleich. Wie bist du, in der Öffentlichkeit z.B Ausstellung? Wie bist du bei deiner Arbeit?

            1. Weil du mit den Antworten auf diese Fragen am meisten für dein Glück und dein Vorwärtskommen klären kannst.
              Ich bin immer Susanne Haun, egal was ich mache. Ich verstecke mich nicht. Das ist manchmal gefährlich aber immer ehrlich 🙂

              1. Wie findet ich die Antworten auf die Fragen?
                Ich bin immer Jens Scharpf, ich lasse verschiedene Aspekte meiner Persönlichkeit, der Situation entsprechen zum Vorschein kommen.

                1. In dir selbst, Jens. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich sehr genau weiss, was ich möchte und was mir gut tut und mir so die Fragen beantworten kann.
                  Kein leichtes Thema aber sehr interessant.

                  1. Ja,das Thema ist sehr interessant. Ich hab die Erfahrung gemacht, das wenn sich alles in mir sträubte zu einer Veranstaltung zu gehen. Ich doch hin gegangen bin, es ein tolles Erlebnis war. Du schreibst; Fragen stellst, die am meisten wehtun. Wehtun ist es gut oder schlecht?

                    1. Für mich ist das gut, also positiv.
                      Denn es ist für mich selber nicht gut, wenn ich Fragen, die unangenehm sind, durch Arbeit oder viel Kommunikation, Treffen verdecke und nicht klären kann.
                      Das Sträuben, etwas zu tun, meine ich damit nicht.
                      Die Fragen, die ich meine sind z.B. berufliche Veränderungen, Fragen nach der eigenen Zufriedenheit, Partnerfragen, Trennungsfragen, Fragen nach räumlicher Veränderung, Trauer …. etc.. eben die Fragen nach dem eigenen Wollen, Streben und Sein, nach der eigenen Existenz.

                    2. Ich bin dafür konkret zu werden! Frage nach den eigenen Wollen. Ich bin bereit dazu, als Künstler erfolgreich zu sein. Was willst du?

                    3. Jens, als erstes musst du Erfolg definieren.
                      Ich definiere den Erfolg in meiner Kunst immer wieder neu. Ich errreiche Ziele und stecke mir neue Ziele.
                      Meine Hauptziele in der Kunst sind neben der ständigen Weiterentwicklung meines Werkes
                      1. Aufnahme als Künstler in einer Galerie, die zu den 100 weltbesten gehört
                      2. Teilnahme an der documenta
                      3. Ausstellung in der Nationalgalerie
                      Das sind sehr, sehr hohe Ziele aber ich würde mich selber belügen, wenn ich sie nicht nenne.
                      Ich habe Zwischenziele erreicht und bin durchaus zufrieden mit dem Stand meiner Karriere.
                      Ich lebe von meiner Kunst, mein monatliches Ziel ist es, die Miete für Atelier/Wohnung, Krankenkasse, Rentenversicherung, Brötchen mit Wurst etc. bezahlen zu können. Jeder Selbstständige weiß, was für Kosten am Monatsende auflaufen…..
                      Ich wünsche dir einen schönen Sonntag, Grüße von Susanne

                    4. Susanne, du hast dir große Ziele gesetzt.Ich hatte mal, die Vision in einen Hafen in der Toskana zu wohnen. Ziele verändern sich. Erst ist erst zuklären, wo stehe ich jetzt ? Ich bin in Bremen. Wo stehst du jetzt?

                    5. Ich bin Urberlinerin, eine ganz seltene Spezies.
                      Ich bin in Berlin geboren und lebe seither ununterbrochen hier.
                      Ich bin überzeugte Berlinerin….
                      Das ist für die Kunst gut.
                      Ich hatte noch nie das Bedürfniss, aus Berlin weg zu gehen. Ich mag diese Stadt, ihre Menschen und das Multikulturelle sehr.
                      Wie sang Silly: „Die Ferne ist ein schöner Ort, sobald ich da bin ist sie fort.“
                      Ich fahre sehr gerne weg, um für gewisse Zeit fremde Länder, Städte und Sitten zu beobachten und zu zeichnen und die Kunstgeschichte und aktuelle Kunst zu erforschen. Um das Leben dort zu genießen und die Menschen und ihren „Way of Life“ zu beobachten.
                      Aber ich freue mich nach dieser Zeit immer wieder auf Berlin, meine Heimat.

                      Aber ich würde die Frage anders verstehen, eher als „Wo stehe ich jetzt in der Kunst?“

                      Da frage ich mich zuerst ob ich schon in DER KUNST angekommen bin.
                      Ich denke zur Zeit bin ich im oberen Sektor der Kunst, die neben DER KUNST steht.

                    6. Ich habe etwas von unseren Gespräch genommen, um einen kleinen Beitrag zu machen. Ich denke es für viele wichtig, Erfolg zu haben und Ziele zu erreichen:

                    7. Für alle Menschen ist es wichtig, Erfolg zu haben und Ziele zu erreichen.
                      Wer das sich selber nicht eingesteht, der lügt sich in die Tasche.

  2. Sabaoth – der Vater des Teufels. Hm, hm. Das ist schwierig, dafür ist es heute zu heiß. Das hebräische Wort „Sabaoth“ bezeichnet eigentlich Heere, Heerscharen, meist die himmlischen Heerscharen, also die Engel. Deswegen wir in der Bibel ziemlich oft Gott als „Gott der Heerscharen“ oder als „Herr der Heerscharen“ bezeichnet, wobei für Heerscharen immer dieses „Sabaoth“ steht. Wenn Flaubert schreibt, „Sabaoth, der Vater des Teufels“ – dann gibt das eigentlich keinen Sinn. Der Vater des Teufels ist ja sozusagen Gott, denn der/die Teufel sind ja (im Christentum, nicht im Judentum) ursprünglich Engel gewesen. ——- Da muss Flaubert irgend etwas anderes im Kopf gehabt haben, aber – wie gesagt – es ist arg heiß heute!
    LG Martin

    1. Ich finde es auch schwierig, Martin. Ich habe genau auch das, was du schreibst gelesen.
      Deshalb habe ich auch die Definition Vater in den Vordergrund gestellt.
      Vielleicht ist mit Teufel nicht der Teufel sondern generell der Konflikt Vater – Sohn gemeint.
      Eine oft problembeladene Beziehung ist das…
      Bei uns ist es auch sehr heiß …. es ist ein Schwitzen…
      lg Susanne

      1. Jetzt ist es nicht so heiß, jetzt hab ich es herausgefunden. Das ist eine Anspielung auf die Sekte der Archontiker, die um 300 n. Chr. in Palästina verbreitet war, also zu Lebzeiten des Antonius gar nicht so weit entfernt. Dies war eine gnostische Sekte, sie gingen also davon aus, dass die materielle Welt eine schlechte Welt ist und nur die (himmlische) Lichtwelt, die gute Welt. Wie die meisten Gnostiker gingen sie von zwei Gottheiten aus: Dem guten himmlischen Gott und dem schlechten, der für die Erde zuständig ist. Bei den Archontikern gab es sogar 7 irdische Gottheiten, wovon der oberste eben der Sabaoth war. Sabaoth war der Gott der Welt, der Gesetzgeber und wurde folglich irdentifiziert mit dem Gott der Juden. Sein aufsässiger Sohn war der Teufel. Dargestellt worden ist Sabaoth (und wohl auch sein Sohn) als Schwein oder eben als Esel. Als Schwein, das passte dazu, dass die Juden ja kein Schweinefleisch essen – sie können ja nicht ihren eigenen Gott essen. Sabaoth und sein Sohn, der Teufel, versuchen nun mit List und Tücke, den Aufstieg der Seelen ins Lichtreich zu verhindern, wollen sie ans Materielle binden. – So, denke ich, gibt es einen Sinn.
        Wie man auf die Eselsgestalt gekommen ist, dazu gibt es auch ein ganzes gelehrtes Buch. Eine verwirrende Geschichte, die aber zu weit führen würde.
        Frohes Schaffen! Martin

        1. Danke für die Recherchearbeit, Martin, da entstehen wieder ganz neue Bilder in meinem Kopf.
          Ich merke, wie wenig ich über Sekten und ihre Lehren weiß und wieviel in dem Buch von Flaubert steckt.
          Kein Wunder, wenn man die vielen Jahre bedenkt, die er immer wieder daran geschrieben hat.
          Ein schwieriger Text! Aber deshalb umso interessanter und in der Deutung umso vielseitiger.
          Esel und Schwein sind keine edlen Tiere. Ich überlege mir gerade,
          wie ich bildnerisch das Festhalten der Seelen an das Materielle darstellen könnte.
          Gedanken, die ich erst von rechts nach links in meinem Kopf schieben muss.
          Dir auch einen erfolgreichen Tag! Susanne

  3. Liebe Susanne ich finde das allein sein extrem wichtig nicht nur um sich mit sich selbst zu beschäftigen sondern es ist auch wichtig für die erhohlung der Seele. Alles Erhahrene. Gesehene und Erlebte kann sich im allein sein setzten und reifen um dann kreativ auf dem Blatt zu tage zu treten.
    Ich persönlich bin sehr gerne auch über eine längere Zeit hinweg alleine, habe nur leider selten dazu Gelgenheit.
    Liebe Grüße aus dem heißen und sonnigen Norden
    Bine

    1. Liebe Bine,
      Ich finde es wichtig, Dinge über sich selber zu lernen und das kann man nur, wenn man alleine und ehrlich sich gegenüber ist.
      Ich weiß nicht, wie lange ich alleine, also wirklich alleine, Zeit verbringen kann. 1 oder 2 Tage habe ich immer dazwischen aber dann habe ich Termine oder ähnliches……
      Aber ich arbeite und lebe alleine, dass ist schon mal eine gute Voraussetzung für Zeiten mit sich selber.
      Liebe Grüße aus dem sonnigen nicht ganz so hohen Norden…..
      Susanne

  4. Das hört sich einfach wundervoll an und ich kann dir nur zustimmen. Sich einfach in die Arbeit vertiefen zu können, sich komplett fallen zu lassen, ohne äußere Ablenkungen, ist etwas, was einen ganz neuen Raum der Kreativität öffnet. Für mich ist das sehr wichtig.
    Wunderschöne Zeichnungen, Susanne!
    LG und eine schöne Restwoche,
    Anette

    1. Liebe Anette, das Vertiefen in deine Arbeit lese ich auch immer wieder aus deinem Blog heraus!
      Danke für dein Lob zu meinen Zeichnungen und einen schönen Mittwoch von Susanne

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