Stillleben · Vergänglichkeit · Zeichnung

Der Gang des Schmetterlings – Zeichnung von Susanne Haun

In den letzten Tagen habe ich an einer großen Zeichnung – Der Gang des Schmetterlings – gearbeitet.

Dazu habe ich meine Fundstücke und Weihnachtsgeschenke in Szene gesetzt.

Ausschnitt Gang des Schmetterlings - 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun
Ausschnitt Gang des Schmetterlings – 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Schon vor Weihnachten bat mich ein Student aus den Niederlanden für seine Hausarbeit folgende Fragen zu beantworten. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich die Mail vergessen habe und mich erst heute wieder beim Schreiben dieses Beitrags erinnerte…

Warum haben sie sich entschieden, Vanitas Malereien zu machen?

Es war ein schleichender Prozeß! Ich finde es schon immer sehr spannend, Dinge zu arrangieren, die miteinander kommunizieren. Das Stilleben beginnt beim Aufbau. Dazu habe ich über die Jahre Gegenstände gesammelt. Manchmal trenne ich mich von Dingen, wie z.B. von Maggy, ein kalköpfiger Schaufensterkopf. Ich vermisse sie sehr, aber sie war so groß, dass ich sie bei einem meiner Atelierumzüge nicht mehr untergebracht habe….

Was bedeuten diese Malereien für sie?

Meine Stilleben Zeichnungen fordern den Betrachter zum Denken heraus.
Jeder hat andere Gedanken zu den Gegenständen und es erschließen sich bei jedem Betrachter neue Kontexte.
Das gefällt mir.

Was wollen sie damit ausdrücken?

Jedes Bild hat seinen eigenen Gedanken. Das Bild heute ist die Vergänglichkeit durch die Zeiten. Die fossile Schnecke aus dem Jura, mein Anatomie-Totenkopf Ruthie ist keine 5 Jahre alt, aus „Plastik“ produziert und symbolisiert aber trotzdem den ewigen Sterbeprozeß. Der Schmetterling aus Peru ist ein Überraschungsweihnachtsgeschenk, das ist in der Post fand! Danke an dieser Stelle nochmals…. Die Knochen sind von der Weihnachtsgans, ich berichtete schon hier darüber.
Die Schraube ist der einzige Anorganische Gegenstand. Sie ist schwer und drückt auf die Situation.

Gang des Schmetterlings - 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun
Gang des Schmetterlings – 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Wie ist das heutige Interesse in diese Sorten Malereien?

Ich bin im ständigen Arbeitsprozeß!

Wieso benutzen sie gerade diese Symbole in ihren Gemälden?

Jede Zeichnung hat eine Aussage und entsprechend kombiniere ich die Symbole.

Wieso verlegen sie die Malereien auf eine moderne Art und wie machen sie das?

Ich bleibe mir selber treu. Und da ich hier und jetzt lebe, kann es nur ein modernes, zeitgemäßen Bild werden!
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13 Kommentare zu „Der Gang des Schmetterlings – Zeichnung von Susanne Haun

  1. Wieder eine ganz, ganz tolle Arbeit. Dein schön-kreativer Beitrag für heute zaubert ein großes Lächeln auf mein Gesicht, Susanne. Die letzten 24 Stunden in Cley waren leider traurig und aufregend. Deine Frage bezüglich Bloggertreffen in Cley beantworte ich per E-Mail, so bald ich ein wenig Luft habe.
    Einen gemütlichen Abend
    von uns vier in Norfolk
    Dina

  2. Es scheint, als würde mir das 17. Jh und Vanitas plötzlich überall begegnen.
    Habe gerade eine angenehme Plauderei darüber auf meinem Blog, und bin, nach vielen Jahren, wieder auf Gryphius getsoßen. Wunderbar!

    Ich mag das Bild, und auch das, was es aussagt.
    Memento mori- bedenke, dass du sterben musst!
    In Kombination mit dem Schmetterling, anstelle der gewohnten Blume.
    Nur die Schraube, die verstehe ich noch nicht. Was meinst du mit „Sie drückt auf die Situation“ ?

    1. Danke für deinen Kommentar, tikerscherk.
      Vanitas Stilleben werden schon etwas früher, mit der Renaissance also ca. im 15. Jahrhundert, erstellt.
      Die Schraube ist sehr schwer, sie ist im Verhältnis real doppelt so groß wie der Schmetterling und stellte ich sie tatsächlich auf den Schmetterling würde er sofort zerstört werden. Selbst in den Schädel würde die Schraube bei ausreichend Druck ein Loch erzeugen.
      Was ist gewohnt? Eine provokante Frage, lass dich also nicht ärgern von mir. 🙂
      Einen schönen Tag wünscht dir

  3. Danke für die Erläuterung!
    Die Vanitas-Stillleben, die ich kenne, haben meist eine Blume und ein Buch in dem Gesamtarrangement.
    Sie stammen alle aus der Zeit um 1700 und stehen unter dem Eindruck des 30jährigen (und des 80jährigen) Krieges und der Pest.
    Ich mag diese Bilder ungeheuer gern. Deins auch.

    1. Es ist interessant, tikerscherk, wie sich die Bedeutung der Bilder mit dem historischen Kontext verändert. Ich mag es, ein Bild in aller Sicht, also der Form, der Ikonografie, dem historischen Kontext, dem Leben des Künstlers etc. zu betrachten. Kann der Betrachter nicht am wenigsten durch das Sehen sehen?
      Ich mag diese symbolgeladene Stilleben … sie geben soviel Anlaß zum denken….

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