Susanne Haun

Künstlerische Auseinandersetzung mit dem Halbprofil – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 8. Juli 2019

 

Auswahl Selbst im Halbprofil, Tusche auf handgeschöpftes Büttenpapier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Selbst im Halbprofil, Tusche auf handgeschöpftes Büttenpapier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Zuerst war da der Rahmen und dann die Idee vom Halbprofil im Rahmen.

 

Durch meine Lektüre der Fachbücher zum Halbportrait in der Renaissance hatte sich in meinem Kopf eine bestimmte Vorstellung von dem Portrait entwickelt.  An dieser Idee arbeitete ich mich richtig ab. Zuerst versuchte ich es mit der Größe 30 x 40 cm um den Bildausschnitt zu füllen. Doch wie ihr auf den Fotos seht, war dieses Format für den schweren Rahmen viel zu groß.

 

So begann ich auf Silberburg Büttenpapier in A5 zu arbeiten. Ermuntert von meinem Selbstportraitkalender (siehe hier) entstanden immer wieder neue Portraits, bis ich mich mit Hilfe von Claudia Dengg, die die Einführung in die Ausstellung Schau mich an bei der Ausstellungseröffnung am 14. Juli 2019 (siehe hier) halten wird, entschied.

 

Ich habe mich also Entschieden, was das Endergebnis meiner Arbeit sein soll. Was aber passiert mit all den anderen Zeichnungen, die zu diesem Werk geführt haben? Kommen sie in mein Werkverzeichnis? Welchen Status haben sie? Sind es Werkprozesse, Vorarbeiten, Skizzen, die zum „wahren“ Werk führen? Sollte ich sie gleich zerstören? Auf jeden Fall sollte ich sie kennzeichnen, dass sie nicht zu meinem Werk gehören, dass sie Arbeitsprozesse sind. Sollte ich sie durchstreichen, um den Werkprozess durchsichtig zu halten? Sehr interessante Fragen, die ich gerne diskutieren würde.

Nur ich als Künstlerin entscheide, was von meinen Arbeiten auch Kunst ist.

 

 

 

18 Antworten

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  1. juergenkuester said, on 9. Juli 2019 at 06:55

    Liebe Susanne! Interessant, was Du das schreibst und wie Du Deinen Entscheidungsprozess beschreibst. Ich konnte das gut nachvollziehen.
    Und was die Ergebnisse der vielen Zwischenschritte an belangt, ist meine rhizomische Postion auch klar: sie sind Teil des Prozesses, sie haben einen eigenständigen Wert, sie sind wichtig, sie zeigen das Dynamische, sie sollten daher nicht vernichtet werden, und sie sie sind zeigbar.
    Liebe Grüße Juergen

    • Susanne Haun said, on 11. Juli 2019 at 16:44

      Ja,lieber Jürgen,
      du hast Recht, sie sind allemale zeigbar.
      Sie haben den Status des Werkprozeß‘. Ich bin mir trotzdem nicht klar, wie ich diese Positionen im Werkverzeichnis beschreiben möchte. Als Unterpunkt der ausgewählten Arbeit? Ich finde die Erstellung des Werkverzeichnisses generell sehr schwierig und zeitraubend aber ich verstehe die Notwendigkeit. Ein Glück habe ich meine Praktikantin Meike an meiner Seite.
      Liebe Grüße sendet dir Susanne

      • juergenkuester said, on 11. Juli 2019 at 16:56

        Das hört sich so an, als wenn eine Idee reift. Und auf eine Praktikantin zurückgreifen zu können, ist natürlich etwas sehr komfortables, Gratulation:
        Liebe Grüße

        • Susanne Haun said, on 11. Juli 2019 at 17:19

          Danke, Jürgen, es ist inzwischen schon das dritte Mal, dass ich ein Praktikumsplatz vergebe, du warst ja beim Ausstellungspraktikum von Cris damals selber Teil der Ausstellung. Meike hat auch schon ein Ausstellungspraktikum bei mir absolviert.
          Das Praktikum zum Werkverzeichnis ist nochmal ein anderes Kaliber, da müssen wir beide uns erstmal durchwühlen. Aber zu zweit macht das auch mehr Spaß!

  2. kopfundgestalt said, on 9. Juli 2019 at 08:48

    Nummerieren würde ich sie und sie in eine extra Mappe tun, mit dem Foto des Endergebnisses obenauf.
    Aber das wäre schiere Arbeit.
    Auf einen Stapel tun würde auch keinen weiteren Sinn machen. Es kann allerdings sein, daß man dann später in diesem Stapel etwas selbst entdeckt, was, nun losgelöst vom Prozess, gefällt.

    Ich selbst habe vor 2 Jahren einen immensen Stapel von Aktzeichnungen durchgesehen und wohl an die 85 % davon weggeworfen.
    Einer Mitzeichnerin habe ich für mich und meine Partnerin 3 Aquarelle geben lassen, die sie als nicht gelungen fand. Beim Anfertigen hat sie etwas gestört, das wir nicht entdecken können. Wann immer ein Besucher kommt, weise ich sie auf den Zusammenhang hin. Im übrigen ist sie keine Künstlerin, die ausstellt, die also garnicht bekannt ist. So ist es statthaft.

    • Susanne Haun said, on 11. Juli 2019 at 16:46

      Ja, Gerhard, es ist erstaunlich, was der Status „Künstlerin“ oder „Künstler“ für folgen hat.

  3. gkazakou said, on 9. Juli 2019 at 15:38

    zum einen finde ich es interessant, dass du dich von einem Rahmen führen lässt, um zu entscheiden, welches Bild dich befriedigt.
    wir fanden mal einen handgeschnitzten Rahmen bei einem Holzschnitzer. Er bestand aus vielen sorgfältig modellierten Rosen, unlackiert. Sehr oft hielt ich ihn in Händen, bewunderte die Schnitzerei, dachte drüber nach, ob ich ihn einfärben sollte. Überlegte, ein Bild zu schaffen, das zum Rahmen passte. Daraus wurde aber nix. Eines Tages verschenkte ich den Rahmen, damit ich mich nicht weiter mt ihm rumquälte.

    Was die Vorarbeiten anbetrifft, so sind sie meist nicht mehr verfügbar, da ich normalerweise übermale, was mir nicht zusagt, und das Übermalte schmeiße ich weg, wenn es nichts wurde. Ich dokumentiere diese Vorstufen fotografisch. Gelegentlich habe ich mich einer Bildidee mehrfach zugewandt, dann hebe ich alle Varianten auf, die mir alle gleichwertig sind. Da gibt es in dem Sinn keine „Vorarbeit“. Ein Beispiel wäre https://gerdakazakou.com/2015/10/23/geometrie-der-segel/

    • Susanne Haun said, on 11. Juli 2019 at 16:49

      Mich hat der Rahmen tatsächlich auch sehr gestreßt. Er stand, so glaube ich, bestimmt 10 Jahre im Keller und er war auch nicht billig. Die Verknüpfung von Rahmen und Bild entstand tatsächlich beim Betrachten der Halbprofilbildern in den Uffizien, denn dort wurden genau solche großen Holzrahmen für die Portraits verwendet.

  4. Tom said, on 9. Juli 2019 at 21:52

    Susanne Haun ist keine Unbekannte in der modernen Kunst. Ich habe ihre Arbeiten schon länger im Auge und bin immer wieder begeistert von den Kunstwerken. Besonders die Portraits stahlen für mich viel Leichtigkeit und Ausdrucksstärke aus. Weiter so! Tolle Kunst – tolle Eindrücke zu deiner Kunst!
    Tom
    Galerie Inspire Art
    https://www.inspire-art.de/abstrakte-kunst/

    • Susanne Haun said, on 11. Juli 2019 at 16:54

      Danke sehr, Tom, ich freue mich, dass ich keine Unbekannte für euer Galerie Team bin.
      Denkst du über eine Zusammenarbeit nach?
      Einen schönen Tag wünscht dir Susanne

  5. Virginia Duran said, on 10. Juli 2019 at 10:20

    Very interesting post. Do you think the final piece would have existed without the other sketches? For me, all of them are art, even if they are not a final piece of art. You should keep them together, they belong as a process.

    • kopfundgestalt said, on 11. Juli 2019 at 17:06

      They have to be kept together, but in what form?! 🙂

    • Susanne Haun said, on 11. Juli 2019 at 17:13

      No, Virginia, I think the last one wouldn’t exist without the others before. It’s a good Idea to keep than together, perhaps they are together one piece of art with multiple slices?


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