Verschmitzt - Akt - , Aquarell von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Akt – akt – akt – wie vergebe ich Titel – Susanne Haun

Von der Wichtigkeit des Titels

Ja, ich kenne sie, die vielen o.T. im Internet. o.T. ist natürlich auch ein Titel, keine Frage. Eben ein Titel, den Millionen von Künstler_innen benutzen. Sagen wir Künstler_innen nicht, dass wir individuell und schon an der Handschrift zu erkennen sind?

Warum sind dann viele von uns so schlampig beim Titel? Ja, ich weiss, es ist schön einfach „o.T.“ zu sagen. Ich brauche über Worte nicht nachzudenken und schließlich soll die Betrachter_in (Rezipient_in) auch etwas zu tun haben. Ist das aber wirklich unsere Intention? Oder sind wir halt nur ein wenig faul.

Der Körper zählt - Akt - , Aquarell von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Der Körper zählt – Akt – , Aquarell von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Ohne Titel im Internet verloren

Im Internet ist ein „o.T.“ nicht mehr auffindbar. Er geht in 211.000.000 Suchergebnissen (aufgerufen: google am 1.6.2021, 9:00) unter.

Mir fällt es oft schwer, Titel zu finden. Oft schreibe ich meine Gedanken zu Beginn des schöpferischen Prozesses auf und nehme diese zum Anlass, einen Titel zu finden.

Einschränkend?

Schränke ich die Betrachter_innen damit ein oder gebe ich Ihnen einen Hinweis? Ich weiss es nicht. Es ist sicher beides möglich. Heute zeige ich 5 meiner neusten Aktzeichnungen. Verdienen die einen Titel, der mehr aussagt als der Akt und vielleicht noch die verwendete Farbe? Klar, dachte ich mir, und wurde kreativ tätig.

Anzeige des Titels bei WordPress

Leider wird der Titel bei der Gekachelten Mosaik Galerie bei WordPress nicht mehr angezeigt, wenn ich mit der Maus über das Foto fahre. Im Firefox wird der Titel angezeigt, wenn das einzelne Kunstwerk angeklickt wird. Das Foto des Kunstwerks öffnet sich in groß mit Titel darunter. Im Safari wird immerhin der Titel angezeigt, auf das Foto wird im Safari verzichtet.

Was meint ihr?

Für wie wichtig haltet ihr den Titel eines Kunstwerkes?

20 comments

  1. Liebe Susanne,
    Du weißt so viele Fragen zu stellen. Wie kommt ein Titel zustande für das Werk?
    Manchmal liegt es auf der Hand, ein andermal bleibt es rätselhaft oder unbenannt.
    Hin und wieder gibt es E-Mails „ohne Betreff“, öfter konkrete Ansagen und mitunter auch kreative Überschriften. So denke ich an Autorinnen und Autoren, wie sie Texte betiteln. Untertitel lassen weiterdenken. Dann kommt vielleicht der Verlag und das Lektorat und hat einen anderen Vorschlag, gerade auch bei Übersetzungen.
    WIe betiteln wir einen Blog-Beitrag, einen Vortrag oder ein Seminar, eine Veranstaltung oder ähnliches? Nicht jedes mal, aber hin und wieder mutet es an wie eine Taufe.
    Wie auch immer, zu Deinen feinen aktuellen Aquarellen hast Du passende Titel finden können, die auf WordPress erscheinen, wenn ich die Galerie aufrufe und die Unterzeilen lese.
    Schöne Grüße
    Bernd

    1. Lieber Bernd,
      ich war so in meine wissenschaftliche Arbeit vertieft, dass ich gar nicht gemerkt habe, wie die Tage verrannt sind. Morgen nun halte ich meinen Vortrag und habe gerade beschlossen, die Folien und den Text erst morgen wieder zu öffnen. Ich bin sehr gespannt, was das Coloquium und meine Professorin zu meinen Ausarbeitungen sagen.
      Ja, meine Gedanken zum Titel, die mache ich immer wieder. In meinem Werkverzeichnis habe ich zwei Spalten für Titel, den entgültigen und den Arbeitstitel. Es müssten viel mehr Titel-Spalten sein, aber natürlich gibt es auch eine Spalte mit sonstiges.
      Einen schönen Tag sendet dir mit vielen Grüßen, Susanne

        1. Ja, Bernd, ich werde jetzt aus dem vorgetragenen Kapitel das 1. Kapitel meiner Diss formulieren. Also das 1. Kapitel nach der Einleitung. 🙂
          Es schwirrt schon in meinem Kopf herum aber heute will ich zeichnen, beides an einem Tag geht nur schwer.
          Viele Grüße von Susanne

  2. goßes Thema.Manchmal ist der Titel ein Teil des Kunstwerks, manchmal ist er nur fürs Auffinden wichtig, in der Konzeptkunst kommt esfasst nur auf den Titel an. Picassos Guernica ohne Titel wäre ein Unding, aber seine Frauen am Strand oder auf dem Sessel brauchen ihn nicht.“Die Weinende“ hingegen nimmt den Impuls des Bildes auf, verstärkt ihn.
    Ich persönlich mag Titel meistens. Bei meinen eigenen Bildern verändere sie nach Belieben, wenn mir der alte Titel zu eng ist oder ich inzwischen anderes assoziiere.

    1. Ich verändere meine Titel auch oft, Gerda. Deshalb habe ich zwei Spalten für Titel in meinem Werkverzeichnis vorgesehen. Es ist so wie du schreibst, oft sind alte Titel zu eng und im Rückblick erkennt man den „wahren“ Titel!
      LG Susanne

  3. Liebe Susanne, ich persönlich bin ein Freund von beschreibenden Titeln und halte sie für wichtig. Für mich macht die Überschrift das Werk erst komplett.
    Was wäre z.B. das Bild ohne den Titel. „Das Mädchen mit dem Perlenohring“?
    Es wäre ein Portrait „o.T.“
    Ich denke, eine Überschrift sagt auch immer etwas über den Künstler selbst aus, so wie es das Kunstwerk selbst auch tut.
    Liebe Grüße und einen schönen Abend wünscht dir
    Rosie

    1. Ja, das Mädchen mit dem Perlenohrring: was für ein Titel!!!!! Durch ihn werden Geschichten assoziert und bestimmt werden Millionen 😉 Ohrringe dieser Art verkauft. Ich habe von meiner Mama auch so eines geerbt!
      LG von Susanne

      1. Wie schön, liebe Susanne! Auf jeden Fall sind solche geschichts-assoziierenden Ohrringe etwas ganz Besonderes. Auch ich bin überaus glücklich, ein ähnliches Paar hängender Perlenohrringe mein eigen nennen zu dürfen. Zu besonderen Gelegenheiten trage ich sie total stolz.
        LG von Rosie

                1. Ja, wird die Perlenkette nicht sogar als die Kravatte der Damen bezeichnet?
                  Kommt ihr dieses Jahr zur Vorstellung der Kalender nach Berlin?
                  Ich würde mich sehr freuen.
                  Liebe Grüße von Susanne

                  1. Wir nehmen es uns vor, liebe Susanne! Ich hoffe, dass dies dann unter der Berücksichtigung der allgemeinen Lage und der dann geltenden Vorschriften möglich sein wird. Ich würde mich jedenfalls auch sehr freuen, euch wiederzusehen!
                    Liebe Grüße von Rosie, die gleich noch mal Johannisbeeren pflücken geht…

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