Portrait Heinrich Böll, 20 x 15 cm, Tinte und Buntstift auf Silberburg Büttenpapier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Mein Sinnbild von Heinrich Böll – Zeichnungen von Susanne Haun

Meine Vorstellung von Heinrich Böll, Zeichnung von Susanne Haun, 40 x 30 cm, Tusche auf Aqaurellkarton, (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Meine Sinnbild von Heinrich Böll, Zeichnung von Susanne Haun, 40 x 30 cm, Tusche auf Aqaurellkarton, (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Ist Böll ein vergessener Schriftsteller?

Vor kurzem sprach mich Dorothee Böttges-Papendorf an, ob ich Zeit und Lust habe, ihre neue Publikation zu Ehren Heinrichs Böll zu illustrieren. Vor 50 Jahren erhielt Heinrich Böll den Nobelpreis für Literatur, Anlaß für Dorothee eine kleine Publikation über Böll zu schreiben. Schon 2017 schrieb sie anläßlich des 100. Geburtstags des Autors gemeinsam mit Wille Herrmann die Erinnerung an den Schriftsteller Heinrich Böll: Ehrenbürger der Stadt Bornheim-Herausgegeben anlässlich des 100. Geburtstags 2017 (siehe hier – Klick). Dorothees Verbindung zu Böll liegt im Wohnort: sie lebt wie Böll am Ende seines Lebens in Bornheim. Sie spaziert oft an Orte, die Spuren von Böll enthalten. In ihrem Buch gibt es sogar Wanderungen auf Bölls Spuren.

Portrait Heinrich Böll, 20 x 15 cm, Tinte und Buntstift auf Silberburg Büttenpapier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Mein Sinnbild von Heinrich Böll, 20 x 15 cm, Tinte und Buntstift auf Silberburg Büttenpapier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Sinnbild oder Vorstellung

Vor kurzem traf ich mich mit Rolf, dem Autor des Blogs Kafka on the road . Er diskutierte mit mir, ob ich den Begriff Sinnbild in Zusammenhang mit meinen Portraits korrekt verwende. Im Wikipedia finde ich für Sinnbild folgende Erläuterung:

Der Terminus Symbol (altgriechisch σύμβολον sýmbolon ‚Erkennungszeichen‘) oder auch Sinnbild wird allgemein für Bedeutungsträger (Zeichen, Wörter, Gegenstände, Vorgänge etc.) verwendet, die eine Vorstellung bezeichnen (von etwas, das nicht gegenwärtig zu sein braucht). Welche Vorstellung dann mit dem Wort „Symbol“ konkret gemeint ist, wird in den Anwendungsgebieten genauer und zum Teil sehr unterschiedlich definiert.“

Als Beispiel wird „das Kreuz als Sinnbild der Passion Christi“ genannt.

Nach längerem Nachdenken habe ich mich entschlossen, bei Sinnbild zu bleiben. Meine Portraits sind immer meine Vorstellung der Persönlichkeit, die ich darstelle. Ich sehe sie durch die rosarote Brille Susanne Haun. Sie sind also auch, wenn ich die Portraitierten konkret darstelle nur ein Symbol meiner Vorstellung.

Meine Vorstellung von Heinrich Böll, Zeichnung von Susanne Haun, 40 x 30 cm, Tusche auf Aqaurellkarton, (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Meine Vorstellung von Heinrich Böll, Zeichnung von Susanne Haun, 40 x 30 cm, Tusche auf Aqaurellkarton, (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Meine Stimmung im Portrait

An den beiden Tuschezeichnungen seht ihr, wie meine Stimmung in die jeweiligen Portraitzeichnungen einfließt. Es sieht fasst so aus als ob ich zwei unterschiedliche Männer darstelle!

Ich arbeite seriell ohne Vorzeichnung

Ich zeichne grundsätzlich nicht vor, setze mich jedoch in mehreren Zeichnungen mit einem Motiv auseinander. Böll spazierte aus gesundheitlichen Gründen gerne am Rhein entlang.

6 comments

  1. Liebe Susanne,
    danke für Deine „rosarote“ Brille, diesmal „hellblau-blau“ getuscht. Wie mit Du mit Deiner Tagesform zeichnest und damit auch unterschiedliche Stimmungen des Portraitierten einfängst. Was Heinrich Böll von Porträts hielt? An seiner Stelle würde ich mich hier gut getroffen und wiedergegeben fühlen.
    Hab‘ manches von Böll gelesen. „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ war prägend als Buch und in der Verfilmung. Die „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ ist dieser Tage im Rundfunk wieder aufgegriffen worden.
    Ui, ist es schon über 40 Jahre her, als Heinrich Böll, früherer Wehrmachtssoldat, zu uns Friedensdemonstranten am 10. Oktober 1981 auf der Hofgartenwiese in Bonn sprach.
    Friedliche Wünsche und Grüße
    herzllch Bernd

    1. Lieber Bernd,
      Danke für deinen ausführlichen Kommentar. Den Film mit Romy Schneiders Interpretation der Katharina Blum habe ich noch nicht gesehen. Später, wenn ich meine Sicht zum Buch gezeichnet habe.
      Je mehr ich von Böll lese, desto mehr merke ich doch, dass die Stellung der Frau sich grundlegend geändert hat. Ein Glück! Und Böll hatte bestimmt moderne Ansichten.
      Einen schönen Abend von Susanne

  2. Danke Susanne,
    in dem Film von Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta, 1975, „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ hatte Angela Winkler eindrucksvoll deren Rolle gespielt.
    Viele Grüße
    Bernd

    1. Ach Bernd, da sieht man, dass ich im Moment etwas zuviel zu tun habe. Ich war beim Buch und Film „Gruppenbild mit Dame“. 🙂
      Den Film von Schlöndorff habe ich auch noch nicht gesehen.
      Ich bin sehr vertifft in meiner Dissertation.
      Liebe Grüße von Susanne

        1. Danke, Bernd. Es macht Spaß auch, wenn ich mich gerade mit dem Urheberrecht herumschlage. Wenn man es der Sache zugewandt liest, dann ist es inspirierend.
          Sommerliche Grüße aus Berlin von Susanne

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