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Kloster Chorin – ehemalige Zisterzienserabtei – Bericht und Zeichnungen von Susanne Haun

Der sehr warme Sonntag eignete sich gut für eine Landpartie hinaus aus der warmen Stadt. Ich war noch nie im Kloster Chorin und so war schnell ein Ziel gefunden. Die Klosterreste zählen zu den bedeutendsten Bauwerken der Backsteingotik in Brandenburg.

Ich vor der Klosteranlage
Ich vor der Klosteranlage

Das Kloster, eine ehemalige ehemalige Zisterzienserabtei, liegt am Amtsee, sechs Kilometer nördlich von Eberswalde, eine knappe Stunde mit dem Auto von meinem Atelier entfernt. Bei der Wärme war ein See wichtig, denn an seinem Ufer war es erträglich. Der Amtsee hieß früher Choriner See, leider habe ich nicht heraus bekommen, warum er umbenannt wurde.

Schon um 11 Uhr wurde eine Führung angeboten, die sehr interessant war. Ich wusste einiges nicht. So zum Beispiel, dass es Bet- und Arbeitsmönche gibt. Beim Eintreten in das Kloster wird von den Betmönchen eine Mitgift und von den Arbeitsmönchen eine handwerkliche Ausbildung erwartet.

Das Kloster wurde 1258 gegründet und 1542 säkularisiert (stattliche Einziehung von Kircheneigentümern, Verstaatlichung). Die Hohenzollern wollten mit dem Kloster ihren Geldbeutel sarnieren. Nach der Enteignung verfiel das Kloster bis zum 19. Jahrhundert. Zwischendurch wurde das Kloster sogar als Viehstall genutzt. Ab 1817 wurde unter der Leitung von Karl Friedrich Schinkel mit der teilweisen Rekonstruktion des Klosters begonnen.

Ich mochte besonders die Atmosphäre der gesamten Anlage. Heute fand ein klassisches Konzert statt und um das Kloster saßen überall Menschen auf Liegestühlen mit Wein und Picknick, um der Musik zu lauschen. Ein Paar saß sogar mit gelben Schirm auf dem Klosterfriedhof. Selbst am See konnte man die Musik hören.

Amtsee vor dem Kloster Chorin (c) Foto von Susanne Haun
Amtsee vor dem Kloster Chorin (c) Foto von Susanne Haun

Der Amtsee gehört zum Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und ist von vielen blühenden Gräsern umgeben. Libellen und Bienen tummeln sich im gesamte Gebiet. Besonders eine rote Libellenart hat mich beeindruckt, ich denke, es wird eine Blutroten Heidelibelle sein, so jedenfalls habe ich es gegoogelt (siehe hier)

Klostergarten Chorin (c) Zeichnung von Susanne Haun
Klostergarten Chorin (c) Zeichnung von Susanne Haun

Es hat mir großen Spaß gemacht, die Eindrücke in wenigen schnellen Linien festzuhalten.

For my english speaken reader:
On sunday I dared an outing. I was in Mark Brandenburg in Chorin. There is an old cloister ruin and a sea. On the hot wheather it was good to be near a sea because it was cooler there. I like the old buildings, it was very interesting to hear more about the monks living there in the past.

18 Kommentare zu „Kloster Chorin – ehemalige Zisterzienserabtei – Bericht und Zeichnungen von Susanne Haun

  1. Feine Zeichnungen! ……………………………. Das mit den Bet- und Arbeitsmönchen ist ein wenig schief – entschuldige, ich weiß, ich bin ein alter Besserwisser. In Chorin lebten ja Zisterzienser-Mönche. Die halten sich (bis heute) an die Regeln des Hl. Benedikt, die für alle Mönche eine Leben mit Beten und Arbeiten vorsehen. Gemeint ist wahrscheinlich die Trennung in geistliche Mönche und Laienbrüder, wobei die sog. Laienbrüder in der Regel die handwerklichen Arbeiten gemacht haben, die eigentlichen Mönche eher die Aufgaben, die mit der Religion zu tun hatten, auch das Studieren und Abschreiben von Texten. Orden, in denen sich die Mönche nur mit Gebet und spirituellen Übungen beschäftigen, gibt es soweit ich weiß nicht. Irgendwo muss ja auch das Geld herkommen …
    Wünsche einen schönen Abend! Martin

    1. Guten Morgen, Martin, da sieht man wieder wie leichtgläubig ich bin.
      Der Mensch, der die Führung durch das Kloster leitete, hat sogar Säulen gezeigt, die unterschiedlich waren, je nachdem, ob sie bei den Arbeitermönchen oder bei den Betmönchen im Klostertrakt stehen.
      Ich habe gerade „Die Säulen der Erde“ von Ken Follet als Hörbuch geschenkt bekommen. Ist das wohl unterhaltsamer Unterricht in Sachen Klosterbau?
      Einen schönen Tag wünscht dir Susanne

      1. Ja doch, liebe Susanne, das kann ja sein, dass die Laienbrüder andere Säulen hatten, die mussten bestimmt auch in der Klosterkirche auf anderen Bänken Platz nehmen als die „eigentlichen“ Zisterzienser, also die mit theologischer Ausbildung und Weihe.
        Der Tag ist schon fast vorbei, also wünsche ich dir einen schönen Abend! Martin

        1. Danke für die Wünsche zum Abend, es ist ja schon wieder Morgens!
          Wenn ich in diesem Leben einmal Zeit dafür habe, werde ich mir in der Bücherei ein Buch zu den Zisterzienser leihen.
          Im Moment würde es am Ende der Reihe zwischen Antonius, Arktis und Schizophrenie liegen……
          Einen schönen Tag von Susanne

  2. Liebe Susanne,
    das sieht aber lustig, fast pipilangstrumpfhaft aus, du mit Zöpfen 🙂 Ein feines Bild, gefällt mir.
    Der Vorratskeller sieht aber unordentlich aus, ob das gottgefällig ist?
    Schöne Fotos und Zeichnungen 🙂
    Liebe Grüße von dem wieder heißen Norfolk nach ein paar viel kurzen Gewitterschauern
    Klausbernd

    1. Lieber Klausbernd,
      guten Morgen! Danke, ich mag meine Zöpfe auch sehr, schnell geflochten, umkompliziert, bei warmen Wetter Kühlung für den Hals ….. und lustig sind sie auch …..
      Das Kloster wurde zwischenzeitlich sogar als Viehstall genutzt. Ich habe den Eindruck vermittelt bekommen, dass nach der Säkularisierung die Blütezeit des Anwesens vorbei war.
      In Berlin ist es zum Glück nach dem Gewitter kühler geworden, dass macht das Arbeiten angenehmer. Gestern habe ich einen Schüler zum Radieren gehabt, so dass ich mich wieder kurz der Arktis widmen konnte und den einen jagenden Inuit gedruckt habe.
      Einen schönen Tag zur Küste sendet dir verbunden mit lieben Grüßen Susanne

      1. Liebe Susanne,
        hier sind die Tmperaturen auch sehr angenehm jetzt, um die 23 Grad C, das ist so meine Lieblingstemperatur om Sommer.
        Na, da bin ich ja auf den jagenden Inuit gespannt.Was mich stets in der Hoch-Arktis gewundert hat, wie lange ein Inuit am Atemloch der Robbe völlig unbeweglich stehen kann. Große Ehrfurcht habe ich vor der Geduld.
        Ich helfe gerade per E-Mail Siri und Selma bei ihrem Artikel zur abgeknallten Hohlerdtheorie, bei der die Arktis eine wesentliche Rolle spielt. Darüber mehr dann am Ende der Woche.
        Ganz liebe Grüße nach Berlin
        Klausbernd

        1. Guten Morgen, lieber Klausbernd,
          ich bin gespannt auf die Hohlerdtheorie am Ende der Woche.
          Jetzt genieße ich die Mitte der Woche!
          Nach meiner morgendlichen Beantwortung der eingegangenen Post und dem Zeichnen werde ich in die Bücherei fahren.
          Bei uns kann man teilweise die Bücher nur zwei Wochen ausleihen, wenn es sich um Bestseller oder DVD’s handelt und zwei Wochen sind ein Nichts!
          Liebe Grüße sendet dir aus Berlin Susanne

          1. Hi,liebe Susanne,
            nee, Ende dieser Woche, das verrieten mir Siri und Selma gestern am Telefon, wird`s um die Hölle gehen und dann in der nächsten Woche um die Hohlerdtheorie, woran die beiden geradenoch emsig schreiben.
            Ganz liebe Grüße dir
            Klausbernd

  3. Das war aber ein toller Ausflug! Besonders die Schuhe in dieser schönen Natur gefallen mir und das Passanten Pärchen sieht lustig aus. Herzlichen Dank für die ganzen schönen Eindrücke. Ich finde, du glühst richtig vor Entdeckungslust. Herzlichst, Roswitha

    1. Guten Morgen Roswitha,
      es ist wie ein Urlaubstag, wenn man in die Mark Brandenburg um Berlin fährt. Es gibt dort soviel zu sehen, dass ich noch viele, viele Ausflüge machen kann.
      Ich bin vom 27. – 31. August in Köln. Die Ausstellungseröffnung ist am 31. ab 16 Uhr. Ich sende euch die Einladung noch, damit ihr wißt, wo ihr hin müsst.
      Vielleicht können wir uns am 28. oder 29. schon auf einem Kaffee treffen? Ich denke, bei der Eröffnung habe ich wenig Zeit zum Quatschen. Vielleicht will auch Hanne auf einen Kaffee mit kommen. Könnt ihr da und wenn ja, wann und wo?
      Liebe Grüße von Susanne

  4. Tolle Fotos und Zeichnungen. Habe Lust bekommen, nun endlich einmal die Ausstellung über das Zisterzienserkloster Fürstenfeld anzusehen. Die Ausstellung ist anlässlich der Feierlichkeiten zum 750jährigen Bestehen des Klosters ganz neu gestaltet worden – und eigentlich wollte ich schon lange mal hin *seufz*. Die Zisterzienser sind mir in den vergangenen Wochen immer wieder mal begegnet – zuletzt über eine Buchempfehlung (Maffert, Kloster der Zisterzienser, ein Reisebegleiter. Ich habe es mir angesehen, fand es aber teuer und letztlich nicht so nützlich) – und jetzt auf deinem Blog.
    Danke jedenfalls für den Anstoß!

    1. Guten Morgen, Jutta,
      es freut mich, dass dein Blog dich anregt, zur Ausstellung in Fürstenfeld zu gehen.
      Ich wünsche dir viel Freude dabei.
      Danke auch für den Buchtip. Unsere Bücherei ist sehr gut sortiert, vielleicht kann ich es mir dort auch einmal anschauen.
      Einen schönen Tag von Susanne

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