Susanne Haun

Arktische Gedanken von jagenden Inuit und Eisbären – Radierung und Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Arktis, Radierungen, Zeichnung by Susanne Haun on 30. Juli 2013

Mich beschäftigt schon einige Zeit die Frage, wie ich einen Jäger in der Arktis zeichne, ohne je die Robben- oder Walroßjagd gesehen zu haben.

Wie so oft, hat mir das Internet und youtube geholfen. Ich habe die „360° – Geo Reportage: Arktis – ein Junge wird Jäger“ gesehen. Wenn ihr auch Interesse daran habt, hier ist der Link dazu.

Der Druck sieht schon auf der Presse gelungen aus (c) Foto von Susanne Haun

Der Druck sieht schon auf der Presse gelungen aus (c) Foto von Susanne Haun

Die Kleidung der Jäger ist in dem Film gut zu sehen und auch die Jagd, die ich viel romantischer dargestellt habe, als sie in Wirklichkeit ist. Heute werden die Roppen mit Gewehren und nicht mit Speeren erlegt. Interessant finde ich die Umbauten der Gewehre, die wie kleine weiße Zelte aussehen und so verhindern, dass die Tiere das dunkle Gewehr bemerken.

Die Inuit töten nie mehr Robben als sie Fleisch brauchen und teilen. Baby-Robben gehören grundsätzlich nicht zu ihren Jagdzielen. Die Haut wird für die Sohlen der Stiefel benötigt und das Fleisch reicht für mehrere Tage.

Jagender Inuit in der Arktis - 15 x 20 cm - Aquatinta (c) Radierung von Susanne Haun

Jagender Inuit in der Arktis – 15 x 20 cm – Aquatinta (c) Radierung von Susanne Haun

Der Speer wird nach unten ins Eisloch gehalten und der Jäger wartet ab, bis er die Robbe mit dem Speer treffen kann. Er würde den Speer nicht wie ich dargestellt habe, hochhalten. Ich mochte die Linien und den Blick in die weite, der durch diese Speerhaltung ermöglicht wird. Vielleicht hält ein Jäger so einmal zwischendurch Ausschau?

Würde ein Inuit so einen Eisbären jagen? Jagd ein Inuit einen Eisbär?
Ich stelle mir einen Eisbär vor und beginne zu zeichnen.

Eisbär (c) Zeichnung von Susanne Haun

Eisbär (c) Zeichnung von Susanne Haun

Letzte Woche hat Klausbernd Vollmar auf seinem Blog die Literatur des Norden vorgestellt (siehe hier). Einige von den erwähnten Bücher sind in der Zwischenzeit auf meine Wunschliste gewandert.

For my english speaking reader:
Do you know how to hunt an Inuit? I donn’t know this und so I search online in youtube and found an Arktis youtube film.

11 Antworten

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  1. kbvollmarblog said, on 30. Juli 2013 at 18:03

    Liebe Susanne,
    das hast du bestens wiedergeben, sowohl den jagenden Inuit, der geradezu erstarrt oft Stunden am Eisloch harrt (dass er den Speer/die Harpune nicht so halten würde, tut der Zeichnung keinen Abbruch, finde ich auch), als auch den Eisbären. Die Dynamik die größten und gefährlichsten Raubtiers ist anschaulich getroffen.
    Ganz lieben Dank, dass du auf meinen Blogbeitrag zur Arktis verweist, ähm, ich meine den meiner beiden beiden liebklugen Buchfeen Siri und Selma. Die haben sich riesig gefreut 🙂 🙂
    Würde ein Inuit einen Eisbären jagen? Es wurden Eisbären gejagd, da sie eine lebensbedrohliche Gefährdung darstellten und zugleich eine Gruppe vor dem Verhungern retten können. Heute gibt es eine Quote, die Inuit gern für erstaunlich viel Geld verkaufen oder sie verkaufen unter Hand haarsträubend teuer das Fell, das freilich nicht legal ausgeführt werden darf.
    Die Eisbärjagd hat für viele der frühen Entdecker bis hin zur Andree-Expedition den Tod bedeutet. Es ist nämlich Usus, um sich gegen Skorbut zu schützen, die noch warme Leber der erlegten Tiere zu essen. Das bewährt sich bei den Robben, aber die Leber des Eisbären ist derart mit Vitamin A angereichert, dass der Mensch beim Verzehr sich vergiftet. Das ist die Rache des Eisbären.
    Ganz liebe Grüße aus dem sommerlichen Cley next the Sea
    Klausbernd 🙂

    • Susanne Haun said, on 31. Juli 2013 at 07:29

      Lieber Klausbernd,
      danke für dein Lob und ich freue mich, dass dir die Radierung gefällt. 🙂
      Das ist interessant, dass die Leber des Eisbären für den Mensch giftig ist. In dem Film (auf den ich verlinkte) wurden die warme Leber und Darm der frisch erlegten Robbe als Delikatesse erwähnt.
      Nach einem langen Telefonat muss ich mich jetzt sputen und mein Morgenprogramm ein wenig beschleunigen … schade…..
      Liebe Grüße und einen schönen Tag sendet dir Susanne

      • kbvollmarblog said, on 31. Juli 2013 at 12:06

        Liebe Susanne,
        es dauerte einige Zeit,bis den Entdeckern klar wurde, dass Eisbärenleber giftig ist.Das hängt auch damit zusammen, dass der typische viktorianische Entdecker es unter seiner Würde fand, von den Inuit zu lernen. Es waren die Norweger Nansen und speziell Amundsen, die nicht von Vorurteilen geprägt waren und von den Inuit lernten, weswegen sie im Ggs. zu den Engländern so erfolgreich waren.
        Liebe Grüße und einen feinen Tag
        Klausbernd

        • Susanne Haun said, on 2. August 2013 at 07:58

          Lieber Klausbernd,
          ist es nicht unglaublich, wie die Viktorianer von sich selber überzeugt waren? Das ist sehr arogant, anzunehmen, man könnte von anderen Völkern nichts lernen. Ich bin immer wieder erstaunt. Schlimm finde ich, dass es zum Teil ja auch heute noch so ist, betrachtet man die Industrie- und Entwicklungsländer.
          Mein Schreibtisch liegt voll mit einer Speicherkarte mit Fotos vom Aktmalen, Kunstzeitschriften, Notizzetteln und Postkarten.
          Der Tag ist verplant aber nur bis 19:00 Uhr heute, dann beginnt das Wochenende und ich fahre morgen zu einer Hochzeitsfeier nach Brandenburg.
          Liebe Grüße und ein schönes WE von Susanne

  2. Dina said, on 30. Juli 2013 at 19:30

    Liebe Susanne,
    die Situation ist sicherlcih nihct leicht, ich finde, du hast es gut gelöst. Wie du, such ich auch oft bei youtube nach Hilfe, dieser Plattform ist toll. Ein nicht ganz einfacher, aber richtig toller Film ist „Der schnelle Läufer – Atanarjuat“, ich glaube, den hast du, oder?
    Liebe Grüße aus dem hohen Norden
    Hanne

    • Susanne Haun said, on 31. Juli 2013 at 07:34

      Liebe Hanne,
      ja, den Film kenne ich.
      Generell genieße ich es, das Wissen des Internets aufzunehmen.
      Ich erinnere mich noch an die vielen unterschiedlichen Lexikas, die ich in meinen Regalen hatte.
      Einige sind im Keller und einige habe ich in die Bücherei zum Trödel gegeben…..
      Liebe Grüße sendet dir Susanne

  3. in-theclouds said, on 30. Juli 2013 at 21:23

    wow ^_^ amazing as usual!

  4. Sophie33 said, on 31. Juli 2013 at 10:05

    Thes pics you have shown us , these paintings look fantastic & beautiful, Susanne! Waw even!

  5. […] Eisbär ist das Gegenstück zum Jäger vom 30. Juli 2013. Ich empfand die Flächen im Eisbär in der ersten Version zu hart und habe mit Schleifpapier […]


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