Susanne Haun

Gedanken beim Sonntagsspaziergang – Verantwortung – Susanne Haun

Posted in Berlin, Blumen und Pflanzen, Foto, Zeichnung by Susanne Haun on 17. November 2016

 

Am Sonntag sind wir bei schönstem kaltem Sonnenwetter am Insulaner Spazieren gegangen.

 

3 Ausblick am Insulaner (c) Foto von Susanne Haun3 Ausblick am Insulaner (c) Foto von Susanne Haun

Ausblick am Insulaner (c) Foto von Susanne Haun

 

In der Natur laufen, das beflügelt die Gedanken, das wusste auch Aristoteles schon, der seinen Unterricht gerne bei einem Spaziergang abhielt.

Ich habe dabei überlegt, warum wir als Staat Deutschland im Moment soviele Probleme und keiner Verantwortung übernehmen will.

Mir kam dabei der Gedanke, dass im Land eine gewisse Ziellosigkeit herrscht.

Ich bin somit auf die kleinste Organisationseinheit im Staat hinuntergegangen, die Familie. Wie definiere ich mich als Frau, Mann oder Kind innerhalb dieser kleinsten Organisationseinheit Familie? Was ist meine Rolle innerhalb der Familie? Welche Verantwortungen übernehme ich in der Funktion Ehefrau, Mutter, Tochter? Was sind meine Pflichten und was darf ich unbeschwert geniessen?

Können wir nicht erst, wenn wir unser eigenes „kleines“ Ziel kennen, ein großes Ziel innerhalb des Staats unterstützen? Und welche Rolle nehme ich im Staat ein? Ist es durchaus ausreichend, meine Verantwortungen innerhalb der Familie einzunehmen, Nachrichten zu schauen und zur Wahl zu gehen?

 

Spielplatz am Insulaner (c) Foto von M.Fanke

Spielplatz am Insulaner (c) Foto von M.Fanke

 

Für mich gehört zur Verantwortung innerhalb der Familie, mein Kind zu erziehen, ihm Bitte, Danke, Pünktlichkeit, Höflichkeit und Verantwortung, Natur und Freude am Lernen und Leben beizubringen.

Für mich gehört zur Verantwortung, mich um meinen Eltern zu kümmern, so wie sie sich am Anfang meines Lebens um mich gekümmert haben. Die Liebe, die ich erfahren habe zurückzugeben, nicht nur meinem Kind sondern auch meinen Eltern.

Für mich gehört dazu, mit meinem Partner diese Dinge diskutieren zu können, akzeptable Kompromisse einzugehen, Gemeinsamkeiten zu erleben, Achtung und Respekt voreinander zu gewährleisten.

Ich glaube an die Institution Familie! Und ich glaube daran, dass ich meine beruflichen Ziele sowie Lebensziele trotz dieser Verantwortung der Familie gegenüber erreichen kann. Sogar besser, weil ich dadurch den Halt der Familie besitze.

Der Spaziergang hat mich zur Rückseite der Leinwand (siehe hier)  vom letzten Donnerstag inspiriert.

 

 

Der Spaziergang hat mich zur Rückseite der Leinwand (siehe hier)  vom letzten Donnerstag inspiriert.

 

 

14 Antworten

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  1. SätzeundSchätze said, on 17. November 2016 at 18:47

    Liebe Susanne, das hängt beides sicher zusammen – wie man als Mensch in eine Familie eingebettet ist, was man dort lernt, das ist man vielleicht auch eher bereit weiterzugeben. Sprich: Die Sozialisierung in der Familie prägt dann auch die Bereitschaft zum gesellschaftlichen Engagement. Andererseits gibt es auch viele Menschen, die alleine leben – und sich anstatt familiärer Bindungen dann anderweitig engagieren. Aber Familie ist ohne Zweifel ein wichtiges Fundament.

    • Susanne Haun said, on 17. November 2016 at 19:24

      Liebe Birgit,
      ich weiss, viele Menschen leben alleine, so wie zum Beispiel mein Sohn oder du. Aber ihr beide kümmerst euch um eure Eltern, Geschwister und wenn noch vorhanden auch Großeltern, die ja zur Familie mitzählen.
      Ich möchte die Alleinstehenden, die sich sozial engagieren nicht vergessen! Es ist ihnen genauso hoch anzurechnen, wie sich sozial engagieren.
      Ich wollte eigentlich ausdrücken, dass sich die Funktion und der Wert der Familie geändert hat, ich aber eine Familie schätze. Vielleicht habe ich es versucht, zu sehr allgemein auszudrücken.
      Liebe Grüße von Susanne

  2. SommerKunst said, on 17. November 2016 at 19:38

    Vielleicht kann man statt Familie auch Wahlfamilie sagen. Es ist schön, wenn du eine tolle Familie hast 🙂 Aber nicht jede/r hat die – oft ungewollt. Aber man kann das, was du schreibst wohl auch übertragen auf eben die Wahlfamilie oder den kleinen Kreis Menschen, der einem am nächsten steht.

  3. Helga Stattler said, on 17. November 2016 at 20:27

    Ziele sind sehr wichtig – aber auch die Offenheit einen Weg zu gehen der in ein unbekanntes Gebiet führt. Das „offene Ergebnis“ ist ja ein Prinzip der Kunst, der Künstlerinnen und Künstler. Gerade das schätze ich an ihnen, diesen Mut etwas anzufangen ohne zu wissen was genau herauskommt. Das wäre in vielen Bereichen (Politik, Wirtschaft,Wissenschaft…) wichig. Das schließt aber nicht aus, sich Ziele zu setzen. Ich schreibe mir jedes Jahr meine Jahresziele auf – in den Bereichen Gesundheit, Kultur, Familie, mein Leben, Freunde, Finanzen. Eine Seite, die steckt in einer Klarsichthülle der Mappe mit den aktuellen Terminen, d.h. mein Blick fällt immer drauf. Und am Jahresende wird Bilanz gezogen und die Ziele fürs nächste Jahr aufgeschrieben.

    • Susanne Haun said, on 18. November 2016 at 20:44

      Danke, Helga, ich denke noch darüber nach, ob das Ergebnis in der Kunst wirklich offen ist. Ich bin da nicht so sicher. Ich achte darauf, dass die Ziele, die ich mir setze erreichbar sind, manche gehören aber auch einfach zum „Job“ dazu, so wie mindestens eine Einzel- und eine Gruppenausstellung im Jahr oder die Teilnahme an Kunstausschreibungen und an Vernissagen, die nicht die eigenen sind. Ich finde nicht, dass man in der Kunst nicht weiss, was am Ende herauskommt. Vielleicht magst du mir dazu etwas schreiben? Auch in der Kunst ist der Erfolg relativ klar umrissen, er kann finanziell sein, oder einen bestimmten Ausstellungsplatz beinhalten, aber auch aus Zuspruch zur eigenen Kunst bestehen (die man leider weniger gut essen kann). Wichtig ist die Kontinuität, mit der auch eine Künstlerin / Künstler arbeiten sollte.

  4. Pit said, on 17. November 2016 at 21:39

    Hallo Susanne,
    ein Aspekt, der mir in Deinen Gedanken sehr wichtig erscheint, ist die formative Kraft, die eine Familie auf die Heranwachsenden ausübt. Da hat der alte Spruch, „was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ immer noch seine Richtigkeit. Was mir dazu in den letzten Jahren meines aktiven Lehrerlebens immer mehr Sorgen und, damit verbunden, gefühlsmäßige/mentale Probleme bereitet hat und letztendlich für mein Burn-out mitverantwortlich war, war die Tatsache, dass man zunehmend die Eltern miterziehen musste, was dann oft die Erziehung der betroffenen Kinder so gut wie unmöglich machte.
    Und Du hast vollkommen Recht mit Deiner Projektion von Erziehung und Verantwortung in der Familie auf die Verantwortung im Staat.
    Hab’s fein,
    Pit

    • Susanne Haun said, on 18. November 2016 at 21:22

      Hallo Pit,
      ich kann mir gut vorstellen, dass es schwierig ist, die Eltern zu erziehen! Es mag noch gehen, wenn du als Lehrer ein gewisses Alter erreicht hast und die Eltern jünger sind. Da spielt dann der Respekt vor dem Alter eine Rolle! (oder nicht?)
      Du bist nicht der erste Lehrer, der vom Burn-out berichtet, ich denke es wird immer schwieriger, gerade weil viele Eltern ihre Verantwortung für die Kinder an den Staat abgeben.
      Michas Schwiegersohn in Spe beendet in ca. 4 Wochen sein Referendaritat und wird als „vollständiger“ Lehrer auf die Kinder losgelassen. Ich bin gespannt, was er über die Jahre berichten wird.
      Nun werde ich gleich meinen Rechner schliessen und den Freitag Abend geniessen,
      viele Grüße in die Staaten von Susanne

      • Pit said, on 18. November 2016 at 23:10

        Dann halte ich Michas Schwiegersohn die Daumen!
        Hab‘ ein feines Wochenende,
        Pit
        P.S.: Das Unterrichten selber hat mir immer, bis zum letzten Tag, viel Spass gemacht.

  5. ernstblumenstein said, on 19. November 2016 at 20:53

    Deine Gedanken über deine Ziellosigkeit fand ich sehr interessant und treffend. Ich glaube, dieses Problem besteht in einigen europäischen Staaten und auch in der Schweiz. Wenn Familien aus welchen Gründen auch immer nicht mehr richtig funktionieren, kann das Auswirkungen auf die Politik haben, hin bis zur Landesregierung. Es gibt noch einen anderen wichtigen Aspekt. Wenn die Eliten zu weit weg sind vom normalen Alltag der Bürger funktioniert es auch mehr schlecht als recht.
    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag. Hab eine gute Zeit. Ernst

    • Susanne Haun said, on 21. November 2016 at 08:41

      Das freut mich, Ernst, wen bezeichnest du als Elite? Ich weiss nicht wirklich, wen ich in Deutschland als Elite bezeichnen soll. Ich denke darüber nach.
      Ich wünsche dir einen schönen Tag, viele Grüße aus Berlin von Susanne

      • ernstblumenstein said, on 22. November 2016 at 22:37

        Susanne mit Elite bezeichne ich die massgebenden Köpfe von Parteien, Regierung, von Wirtschaft und Finanzen, Leute also, die im Hintergrund das Schifflein nach ihrem Gusto steuern 😉 🙂
        Ich würnsche dir eine gute Zeit und sende dir viele Grüsse. Ernst

        • Susanne Haun said, on 23. November 2016 at 19:12

          Danke für die Info, Ernst. Jetzt verstehe ich. Ich habe die Elite eher mit der „Intelligenz“ verbunden und wusste daher nicht so recht, was du meinst. Einen schönen Tag von Susanne


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