Akt im Gleichgewicht – Zeichnung von Susanne Haun – Ausstellung „Sichtweisen“

Michelangelo schrieb auf die Studie eines seiner Schüler:
„Zeichne, Antonio, Zeichne! Zeichne und verliere keine Zeit!“

So gehe ich auch an das Zeichnen heran. Ich habe eine Idee zum Motiv im Kopf, ich nehme einen Stapel Papier und beginne. Heute habe ich das A4 Silberburg Büttenpapier hervorgeholt. Es ist nur 120 g schwer, deshalb kann ich auf diesem Papier auch nur mit Standardgraph Zeichentusche meine Linien ziehen. Diese Tusche passt von der Konsistenz her genau zum Papier.

Das Model steht auf einem Bein – das geht nicht länger als 2 Minuten. Sie balanciert mit den Armen. Ich möchte mit dieser Zeichnung die Sekunden festhalten, in denen das Model auf dem einen Bein steht. Für mich ist dieser Moment des Gleichgewichts und des kommenden Ungleichgewichts von Bedeutung.

Akt im Gleichgewicht - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 30 cm - Tusche auf Silberburg Bütten
Akt im Gleichgewicht - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 30 cm - Tusche auf Silberburg Bütten

Es ist wichtig, dass sich der Zeichner darüber klar ist, welche Bedeutung er dem Betrachter zeigen möchte.

Mir ist der Rhytmus der Figur wichtig, die offene Handfläche, der angespannte Oberschenkel, Busen, Bauch, rasierte Scheide und das alles reduziert auf so wenig Linien wie nötig aber nicht weniger!

Im Januar diesen Jahres ist im Art & Graphic magazine, Nr. 30, Januar 2010, Seite 16-19 folgender Artikel von mir erschienen:
„Susanne Haun gibt Einblick in ihre Arbeit und erklärt die Bedeutung der Linie für die Zeichnung am Beispiel Akt“

Der Artikel kann hier als pdf Format gelesen werden.

Hier seht ihr meine erste Zeichnung heute zum Thema Gleichgewicht – die zweite zeige ich euch nicht 🙂

Akt im Gleichgewicht - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 30 cm - Tusche auf Silberburg Bütten
Akt im Gleichgewicht - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 30 cm - Tusche auf Silberburg Bütten

Am Samstag den 11.12.2010 zeigen Andreas und ich in unserem Atelier die Ausstellung
Sichtweisen – Aktzeichnungen von Niehoff Josupeit und Haun

Maike Josupeit, Conny Niehoff, Susanne Haun zeigen Ihre Aktbilder, die nach einem Model gemalt sind und die in drei verschiedene Arten widergegeben sind.
In jedem Bild steckt die Persönlichkeit der Künstlerin.

Samstag, den 11. Dezember 2010, 15 – 20 Uhr, es spricht Andreas Mattern.

Einladung K-02
Einladung K-02

6 comments

  1. Mir gefällt, dass du ihr kein Gesicht gemalt hast. Macht die Zeichnung irgendwie spannender, interessant finde ich auch die recht Hand, die von den Proportionen nicht zu dem Rest des Körpers passt!!!
    Gelungen!!!
    Beste Grüße,
    Julia

  2. kllasse Zeichnung – FRank

    P.S.: Aber warum schafft es das Modell, die Arme stiillzuhalten. Ich stelle mir vor, dass sich ab 1:50 min zu erst die Arme bewegen, dann der Überkörper …;-)

  3. Das ist beides auf einen Schlag, Frank, denn die Arme dienen zum Gleichgewicht halten – gehen die Arme herunter (wie beim Seiltänzer) geht auch der Körper zurück! Der Oberschenkel hält das Gewicht, bei äußerster Konzentration. Am besten probierst du es aus! 🙂

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