Wilder Wahnwitz – Zeichnung von Susanne Haun

Der „Wilde Wahnwitz“ beschreibt gut das Buch „Die Versuchung des heiligen Antonius“ von Flaubert.

Ich zeige nun die letzten beiden Zeichnungen, die ich zu den ersten drei Kapitel des Buchs fertigte.

„Der Weg ist lang und ich bin alt!“ Flaubert in Antonius

Blatt 122 Der Weg ist lang   (c) Zeichnung von Susanne Haun
Blatt 122 Der Weg ist lang (c) Zeichnung von Susanne Haun

„Als ob Reue in Dir wühlte und wilder Wahnwitz, der Dir nicht einmal die Liebe eines Hundes oder das Lächeln eines Kindes gönnt.“ Flaubert in Antonius

Blatt 121 Als ob Reue in Dir wühlte  (c) Zeichnung von Susanne Haun
Blatt 121 Als ob Reue in Dir wühlte (c) Zeichnung von Susanne Haun

120 Zeichnungen sind es geworden und nun mußte ich 22 davon heraussuchen, die im Katalog abgebildet werden. Das war eine schwere Aufgabe!

Um mir die Arbeit zu erleichtern, habe ich alle Zeichnungen an meine Atelierwand gepint und immer die abgenommen, die ich aussortieren wollte. Das war am Anfang noch leicht aber zum Schluss ein harter Kampf.

Zu meinen Auserwählten habe ich die Zitate gepint und nun freue ich mich beim Betrachten meiner Atelierwand.

For my English-speaking readers:

The „savage madness“ describes well the book, „The Temptation of St. Anthony“ by Flaubert.

I show the last two drawings I made ​​to the first three chapters of the book to you.

„It is as if you dug through repentance and wild madness that you do not even begrudge the love of a dog or a child’s smile.“ Flaubert in the Temptation of Antonio

„The road is long and I’m old!“ Flaubert in the Temptation of Antonio

I have 120 drawings and now I had to pick out 22 of them, which are reproduced in the catalog. It was a difficult task!

Help myself, I have put all drawings on my studio wall and always declined, I wanted to sort out. That was easy at the beginning but in the end still a tough fight.

To my chosen, I pint the quotes and now I am glad looking at my studio wall.


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Flaubert, Gustave, “Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Barbara und Robert Picht,insel Taschenbuch 1868, Erste Auflage 1996

12 comments

  1. Frau Susanne,
    Sie sind sehr großzügig in Teilen nicht nur Ihre Skizzen, aber Ihre Zeichnungen und abgeschlossenen Arbeiten / Projekte. Ich habe Ihre Website durchforstet und sah überhaupt … vor allem das Video von euch Durchführung einer Tusche und Aquarell Zeichnung: Frau mit Hut. Ihre lehrreich Leidenschaft hat mich angespornt, wieder anfangen … wieder ziehen … um mich zu lehren, wie man Aquarell. Ich halte mich nicht für einen „Anfänger“ Künstler (nur damit Sie wissen). Ich habe Hochschulabschluss in Kunst und bin ein pensionierter Volksschullehrer … ich nun als ART wissenschaftliche Mitarbeiterin für eine ART Galerie in Portland Oregon USA arbeiten. Die Galerie schließt an einen neuen Speicherort verschieben und bald mein Job überflüssig. Es wird keine Entschuldigung für mich, jetzt weg nicht auf den Künstler, den ich schon immer haben wollten zu sein und wusste, ich konnte zu werden. Vielen Dank für Ihre Inspiration. Raye

    1. Hi, Ray, thank you for writing me in german and for your compliments.
      I draw every day because – my thoughs must go easy from my brain to my hand on the paper.
      I wish you a good way for your art and have a nice day Susanne

  2. Guten Morgen, liebe Susanne
    Ich habe gerade mit Freude den obigen, ersten Kommentar gelesen. Wow, wie nett, so was tut gut, nicht wahr.
    Die Skizzen sind herrlich. Mittlerweile kenne ich einen Bruchteil deiner Arbeiten so gut, dass ich sofort sagen kann, es ist ein echter Susanne Haun! 🙂
    Das Wetter wendet sich zum besseren und die Sonne scheint schon morgens, der Wald lockt und Hundi hat schon das Halsband geholt. Frische Luft wird uns beiden gut tun. Seit dem Wochenende verbringe ich die meiste Zeit im Klinikum, heute wechsle ich zum Nachtdienst was gleichdeutend ist wie eine Woche Rückzug aus der Blogosphäre. Eine schöne Zeit dir und viel Freude mit deinem Sauerteig. 🙂 In Bonn ist es nicht anders, die großen Ketten machen die kleinen Bäckereien kaputt. Ich finde das so schlimm. Überall sieht es gleich aus. Douglas, Kamps, Thalia… Traurig. Es gibt ein Gegenmittel, das bringt mich wieder auf eine Idee…
    Habe‘ eine feine Woche!
    Sonnengrüße aus Bonne sendet
    Hanne-Dina

    1. Guten Morgen, liebe Hanne,
      es freut mich, dass du meine Zeichnungen erkennst. 🙂 Ich bin so froh, einen eigenen Stil zu haben, es ist mit das Wichtigste in der Kunst, erkennbar zu sein!
      Durch meine eine Freundin bin ich mit den Auswirkungen des Nachtdienst vertraut, du lebst dann asynchron.
      Der Sauerteig steht in der Küche auf meinen Fensterbrett und es haben sich kleine Blubberblasen gebildet. Ein gutes Zeichen.
      Der Frühling hat auch auf meinem Balkon Einzug gehalten, ich habe Stiefmütterchen gepflanzt und freue mich, wenn ich an meinem Arbeitstisch sitze und sie vor mir sehe.
      Ich denke, wir können die Innenstädte bald nicht mehr unterscheiden, egal wo wir ausgesetzt werden, die Einkaufswelt ist überall gleich. Ich entziehe mich dem, weil ich fast ausschließlich in 2nd Hand Läden einkaufe. Das hat auch den Vorteil, das die Kleidung schon öfter gewaschen ist und die schädlichen chemischen Stoffe zur Fixierung der Farben und zur Formwahrung schon reduziert sind. Ich bin auch nicht bereit, das teure Geld für ein neues Stück auszugeben. Bei den vielen Vernissagen, die ich bestreite, kann ich mir das auch finanziell nicht leisten.
      Ich bin auf deine Idee gespannt und wünsche dir einen schönen Tag, liebe Grüße sendet dir Susanne

      1. ja, liebe Susanne,
        du bist nicht schwer zu erkennen, du hast deinen Stil gefunden und bist dir selbst treu. Das ist die Grundlage für jeden Erfolg, glaube ich, das man selbst seinen Weg findet, das man sich selbst zeigt und nicht das meint, was erwartet wird. Du bist authentisch. 🙂
        Die Wildgänse fliegen laut gackernd über Bonn, so schön.
        2. Hand trage ich oft, da gebe ich dir recht! Jetzt muss ich dringend in den Wald, ganz viel Sauerstoff für die nächste Nacht tanken. Asynchron klingt gut, Schichtdienstler erleben die Welt antizyklisch.
        Hab einen feinen Abend!
        Liebe Grüße Hanne

        1. Takk, Hanne 🙂
          Es ist mir auch so wichtig, authentisch zu sein.
          Wildgänse mag ich sehr, überhaupt Gänse, meine Tante aus dem Spreewald hatte früher einen ganzen Schwarm, die alle zu Weihnachten geschlachtet wurden. Sie ist eine Bäuerin durch und durch.
          Sicher schläfst du jetzt nich nach deinem Nachtdienst und träumst vom morgendlichen Waldspaziergang,
          liebe Grüße sendet dir Susanne

  3. der Weg ist lang, ich mag es sehr, dass er mäandert, dies entspricht dem, wie ich ihn, den Lebensweg, ebenfalls wahrnehme. Die gerade Linie von A nach B gibt es zwar in der Geometrie, in der Architektur, aber sobald man über das Land geht oder das eigene Leben betrachtet, sind dort all die Kurven, all das Auf und Ab und man merkt schnell, dass Gerades eine Erfindung der Menschen ist …

    manchmal werde ich ganz wehmütig, wenn ich Einblick in dein Atelier bekomme, ich mache hier alles auf kleinstem Raum, was sich hoffentlich bald ändert – gerade eben miste ich aus … sozusagen als Vorarbeit, damit ein Umzug mit leichterem Gepäck vonstatten gehen kann.

    ich wünsche dir eine feine Woche und gutes Schaffen
    herzlichst Ulli

    1. Finde ich auch, Ulli, der Weg ist nie gerade aber das wäre ja auch sehr langweilig.
      Jedes Schwert hat zwei Schneiden, ich liebe mein Atelier sehr, aber die Miete muss ich auch mit meiner Kunst erwirtschaften, wie jeder andere Selbständige das auch tut. Das Monatsende kommt immer schnell 🙂
      Ich drücke dir die Daumen, dass du den Mut zum Aussortieren findest und du deinen Umzug schnell über die Bühne bekommst.
      Dir auch eine schöne Woche, lg von Susanne

  4. Liebe Susanne, ich kann Frau Blau nur recht geben, was den Lebensweg angeht. Der geschlungene Pfad ist eine passende Metapher. Das muede Gesicht ist uebrigens sehr beeindruckend. Wer hat sich nicht schon mal nach einem langen, harten Weg so gefuehlt. Toll, wie du dieses Gefuehl der Erschoepfung in Bildern ausdruecken kannst. Ich sende Dir sonnige Fruehlingsgruesse aus London, Peggy

    1. Liebe Peggy,
      ich mag das Blatt des Weges auch besonders. Es kam meinen eigenen Empfindungen auch sehr nahe. Es war das letzte Blatt, was ich vorerst zu diesem Zyklus zeichnete. Und der Weg vom ersten zum letzten Blatt war auch lang und hart mit vielen Kämpfen. Diese Emotion lief dann in das letzte Blatt ein 🙂
      Ich wünsche dir auch einen sonnigen Tag in Greenwhich… lg Susanne

  5. Oh ja, die Auswahl kann ich mir schwierig und aufwändig vorstellen. Aber ich freue mich, dass der Engel 117 dabei ist. In den habe ich mich schon seit dem entsprechenden Beitrag verliebt. und auch in die Macht der Natur 115.

    Sonnige Grüße,
    Doreen

    1. Den mag ich auch sehr gerne, Doreen, vielleicht wäre vom Inhalt Blatt 115 besser gewesen aber es gilt immer wieder Entscheidungen zu treffen – bei jeder Linie und bei jedem Blatt aufs Neue!
      Grüße aus dem sonnigen Berlin sendet dir Susanne

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