Susanne Haun

Was bei der Ausstellungsplanung alles zu beachten ist (3) – Der Titel – Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Philosophie, Roddahn, Zeichnung by Susanne Haun on 6. Juli 2015

Der Titel ist mit der Zeichnung der Einladungskarte das Aushängeschild für die Ausstellung.

Ich nehme mir grundsätzlich viel Zeit für den Titel und schreibe Zettel. Ich denke, der Titel sollte knapp auf meine Zeichungen und den Ausstellungsort referieren.

Wittgenstein schreib in seinen philosophischen Untersuchungen §17 in Schriften 1
„Eine Sprache vorstellen heißt, sich eine Lebensform vorstellen.“²

Dieses Zitat ist auf einen der Notizzettel, die ich zum Titel erstellt habe, zu lesen.

Titel - Überlegungen (c) Susanne Haun

Titel – Überlegungen (c) Susanne Haun

 

In der Kirche gibt es viele Zeichen, die wir automatisch deuten. Den meisten von uns ist die christliche Ikonografie bekannt. Wir erkennen Abbildungen von Jesus und wir erkennen, ein Gebäude, wenn wir es sehen, als Kirche. Die Roddahner Kirche offenbart sich erst im Inneren als solche. Ich setze meine Zeichen – Zeichnungen – dazwischen, mitten in den Raum und korrespondiere so mit der schon im Raum befindlichen Ikonografie.

Titel - Überlegungen (c) Susanne Haun

Titel – Überlegungen (c) Susanne Haun

 

Am Ende meiner Überlegungen lege ich den Titel der Ausstellung fest:

Sprachspiel –> ZEICHnung

Sobald ich mich mit dem Veranstalter, dem Arbeitskreis Offene Kirche Roddahn e.V. auf das Datum der Ausstellungseröffnung geeinigt habe, kann ich die Einladungskarte entwerfen.

___________________________________________

²Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen §17, in Schriften 1, Frankfurt 1969, S. 296

7 Antworten

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  1. juttareichelt said, on 6. Juli 2015 at 18:29

    Vielen Dank, dass du uns daran teilhaben lässt, in welchen Schritte du zu einer Ausstellung gelangst – und wieviel Gedanken schon im Titel stecken …

    • Susanne Haun said, on 9. Juli 2015 at 08:04

      Liebe Jutta,
      ja, eine Einzelausstellung ist ein großer Kräfteaufwand!
      Ich wollte dieses mal eine Tabelle führen, in der ich alle Arbeiten zur Ausstellung aufzähle und mir die Stunden und die Kosten, die dazu außerhalb meines eigenen Zeitaufwands anfallen, aufschreiben. Dabei lasse ich die Arbeit / Material an meine Zeichnungen und Objekte weg. Also ich wollte nur die reine Ausstellungsarbeit planen.
      Liebe Grüße und einen schönen Tag von Susanne

      • juttareichelt said, on 9. Juli 2015 at 15:10

        Liebe Susanne, das ist ja schön, dass dieser eher pragmatische Aspekt für uns LeserInnen so erfreuliche Nebenfolgen hat … Ich grüße dich herzlich!

        • Susanne Haun said, on 10. Juli 2015 at 06:37

          Liebe Jutta, ja das fand ich jetzt auch. Ich habe mir diese Kostenkalkulation schon lange vorgenommen, meine Freundin und Künstlerkolegin Anna (https://augenzeugekunst.wordpress.com/) haben neulich lange darüber gesprochen, dass wir beide mal schauen wollen, wieviel Euro unter dem Mindestlohn wir als Selbstständige arbeiten. Einen schönen Freitag wünscht dir Susanne

  2. […] lege ich  sehr viel Wert auf einen sprechenden Titel (siehe hier) und ein aussagefähiges Bild. Dabei finde ich es besser, ein gutes Bild auszuwählen als eine […]


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