Zeichnung

Zitat am Sonntag – Luis Buñuel Portolés – Zeichnung von Susanne Haun

 

Man muss erst beginnen, sein Gedächtnis zu verlieren, uns sei’s nur stückweise, um sich darüber klar zu werden, dass das Gedächtnis unser ganzes Leben ist.

Luis Buñuel Portolés, in Mein letzter Seufzer

 

Dialog Bewusst-Sein Blatt 6 (c) Zeichnung von Susanne Haun
Dialog Bewusst-Sein Blatt 6 (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

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Luis Buñuel Portolés, Mein letzter Seufzer, in: Doerr, Anthony, Memory Wall, München 2018, S. 7.
Danke, liebe Gerda für den Buchtipp!

 

12 Kommentare zu „Zitat am Sonntag – Luis Buñuel Portolés – Zeichnung von Susanne Haun

  1. eine Zeichnung voll von schwierigen Lebens-Übergängen, die nicht leicht zu verkraften sind. Dass das Kind so gewaltig oben im Kopfbereich thront und die Alte als Puppe händelt, während die Frau auf ihren weiblichen Körper reduziert ist – o, das ist wahrlich ein starkes Bild, über das sich ganze Bücher schreiben ließen. Es wird mich beschäftigen.

        1. Ja, Gerda, ich habe auch den Eindruck es ist für mich geschrieben. Viele Grüße an Petra, wenn du mit ihr sprichtst 🙂
          Ich habe mir inzwischen noch ein weiteres Buch (als Hörbuch) von Anthony Doerr gekauft, es heisst „Die Tiefe“ und enthält 6 Stories angesiedelt auf 3 verschiedenen Kontinenten zum Thema Erinnerung. Ich bin schon gespannt, lese aber zur Zeit Daniel Kehlmanns „F“.
          Einen schönen Tagesbeginn von Susanne

  2. Der partielle Verlust des Gedächtnisses, also Demenz, ist ein widersprüchlicher, beängstigender und irritierender Prozess, der aber auch durchaus kuriose und sehr liebenswerte Seiten haben kann. Eine komische und merkwürdige Mischung aus Alter, Vergangenheit und auch Kindheitsregression, der sich normalen Kategorien entzieht. Das Leben ist damit aber keineswegs vorbei, es ist nur ein anderes Leben.

    1. Das kommt auf den Standpunkt an, urban liaisons. Meine Mutter hat sehr unter ihrer Alzheimer Krankheit gelitten. Natürlich merkst du es, wenn du vergisst. Ich habe nach ihrem Tod soviele Zettel und Hefte mit Zeilen gefunden, die sie sich merken wollte. Hast du „Still Alice“ gesehen? Oder „An ihrer Seite“? Ich fand beide Filme sehr beeindruckend.
      Ich persönlich identifiziere mich mit meinem Geist und nicht mit meinem Körper und habe eine schwere Gehirnblutung aufgrund eines Aneurysmas hinter mir. Noch heute weiss ich, wie sich Dinge anfühlen, die ich nicht mehr vom Kopf her kann. Das ist keine komische merkwürdige Situation für mich. Es ist einfach ärgerlich und ich wünschte mir, ich hätte diese Eigenschaften, die ich verloren habe noch!!!!
      Aber wie schon gesagt, das kommt auf den Standpunkt an. Ich weiss, dass meine kleinen Unpäßlichkeiten wie zum Beispiel das ich 4 höre und 2 aufschreibe meine Familie amüsieren.

      1. Oh, da habe ich ja in ein Wespennest gegriffen, das lag mir fern und war so nicht beabsichtigt! Also die Demenz meiner Mutter hat mich auch den letzten Nerv gekostet, was nichts Gutes bedeutet, aber Ihre Demenz war nicht nur durch Leid geprägt, sie hatte sogar noch eine kurze Romanze trotz schwerster Verwirrung, das ist dann oft auch eine Frage der Einstellung dazu (nicht meine, sondern ihre), daher sehe ich das per se auch nicht alles negativ, denn es gab eben auch schöne Momente. Nur meine Erfahrung und kein Standpunkt wie kolportiert. In dem Sinne alles Gute @ Ulli

        1. Ich denke, jeder erlebt das persönlich und anders, Ulli.
          Ich denke, es kommt auch auf den Fortschritt der Krankheit an.
          Liebe Grüße und einen schönen Tag von Susanne

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