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Bleistift und Marker – eine wilde Kombination – Zeichnungen von Susanne Haun

 

 

Bleistift und Markerstifte hören sich nach einer wilden Kombination an, ich war selber ganz erstaunt, wie gut die beiden harmonieren.

Letzte Woche war ich mit Meike in der Abgusssamlung zum Zeichnen. Nicht nur die Abgüsse, nein auch die klimatisierten Räume lockten uns nach Charlottenburg.

Zum Einzeichnen haben wir uns gemütlich zwischen Antiken Portraitbüsten gesetzt. Ich hatte zuhause schon eine Farbskala von allen Markerstiften, die ich mitnahm, erstellt. So war es ein leichtes, die Farben für die gezeichneten Büsten in meinem Skizzenbuch zu wählen.

Meike zeichnete mit Bleistift und Polychromes Farbstiften.

Übrigens waren dieses Mal überall (inflationär) Aufsteller, dass in der Sammlung nicht fotografiert werden darf. So habe ich nur Fotos von uns und unseren Werken in der Abgusssammlung fotografiert. Ich hoffe, das hängt mir der aktuellen Ausstellung zusammen und man darf danach wieder fotografieren.

 

 

Die Figurengruppe der Farnesische Stier oder auch die Bestrafung der Dirke genannt (Neapel, Archäologisches Museum) gehört neben dem Laokoon (Florenz, Uffizien) zu den bekanntesten Skulpturengruppen der Antike. In der Skulptur ist der Augenblick festgehalten, in dem die Zwillinge Dirke an den Stier binden, um sie danach von diesem zu Tode schleifen zu lassen, da sie ihre Mutter Antiope als Sklavin in ihrem Haushalt integriert hatte. Die Sage kann hier bei google books nachgelesen werden.

Schon oft habe ich die in Originalgröße stehenden Skulpturengruppe in der Abgusssammlung gezeichnet. Jedesmal bin ich beeindruckt von dem Spektakel und der Größe der Darstellung. Das Original der Figurengruppe (siehe hier) ist aus Marmor, 370 × 295 × 300 cm und ich habe es verpasst, sie mir in Neapel anzuschauen, da die Menschenschlangen vor dem Archäologischen Museum einfach viel zu lang zum Anstehen waren.

Um den Rhythmus der Gruppe festzuhalten, habe ich zuerst einen sehr weichen Bleistift verwendet. Da neben dem Bleistift die Marker lagen, war die Kombination der Stifte fast wie ein Reflex. Der Anfang ist gemacht, ich werde sehen, wie ich weiter mit den Materialien arbeite. Die doch so starren Marker bekommen so Schattierungen, die ich beim Mischen der Marker unter sich nicht erhalte.

 

 

Die Öffnungszeit der Abgusssammlung war schnell vorbei und Meike und ich waren nach 3 Stunden konzentriertem Zeichnen auch rechtschaffend geschafft.

 

 

12 Kommentare zu „Bleistift und Marker – eine wilde Kombination – Zeichnungen von Susanne Haun

  1. Sehr interessant! Dort würde ich auch gerne mal zeichnen gehen. Vielleicht ergibt es sich wieder einmal, dass ich in der Nähe von Berlin bin und gleichzeitig ein Zeitfenster dafür da ist. Voriges Jahr waren wir in Henningsdorf, da war ein Hafen das Motiv zum Zeichnen.

    Viele Grüße
    Carl Weltwitz

  2. Das Farbspektrum deiner Marker gefällt mir. Mir haben übrigens Blogger geschrieben, die wegen der Hitze in Kirchen gehen. Wäre doch eine Alternative zu deiner sicher sehr heißen Atelierwohnung.
    Liebe Grüße
    Rolf

    1. Ich bin in den Studiensaal des Kupferstichkabinetts und in die Kunstbibliothek gegangen, da ist natürlich das Zeichnen weggefallen.
      Ich könnte mal in die Kapernaum Kirche (See- Ecke Antwerpner Straße) gehen, da bin ich getauft, konfirmiert und verheiratet worden. Auch mein Sohn ist dort getauft worden, inszwischen bin zumindestens ich aus der Kirche ausgetreten, ohne nicht doch manchmal zu glauben. Merkwürdig ist das.
      Die Kirchen haben ja meistens geschlossen 🙁
      Liebe Grüße von Susanne

  3. Mir gefallen deine neuen Farben. Wenn du noch einen kühlen Ort zum Zeichnen suchst: Kirchen sollen auch ein gutes Klima haben, schreiben mir einige Blogger, und zum Zeichnen sicher auch genug Motive 😉

      1. Da wollte ich mal kein Produkt platzieren: Pantone-Markerstifte ich glaube teilweise von Copic übernommen.
        Pantone hat sich mehr auf die Vermarktung von Farb-Paletten und Definitionen verlegt- da jetzt alle einen Computer benutzen. Grüsse tom

  4. Ja, das ist eine sehr interessante Michung, Susanne. Die Marker wirken fast wie Tinte, sind aber besser im öffentlichen Raum zu verwenden. Sehr anregend finde ich das mal wieder.
    Übrigens habe ich in Athen auch mal eine kühlle Kirche aufgesucht, um zu zeichnen. ich glaube, katholische Kirchen sind wie auch die russisch-orthodoxen geöffnet, nur die evangelischen schließen.

    1. Viele der Marker sind mit Tusche befüllt, Gerda, inzwischen kann man sie auch nachfüllen. Ich habe das bisher noch nicht gemacht, weil die Stifte, die man nachfüllen kann sehr viel teurer sind und ich mich aufgrund des Aufwands (Dreck) scheue, die Stifte neu zu befüllen, verwende ich nur die einfachen.
      Ich überlege gerade, wo von meinem Atelier aus die nächste katholische Kirche liegt, um zu schauen, ob sie tatsächlich offen ist. 🙂
      Sind geschlossene Kirchen nicht unchristlich?

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