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Zitat am Sonntag – Olivia Wenzel

Was gäbe ich dafür,
meiner Großmutter und meiner Mutter
zu einem unmöglichen Zeitpunkt zu begegnen,
an dem wir alle 15 Jahre alt wären.

Was hätten wir einander zu erzählen,
was könnten wir einander Anvertrauen?
Wären wir Freundinnen?

Olivia Wenzel, * 1985 in Weimar, deutsche Schriftstellerin, Dramaturgin, Musikerin und Performerin.

Angst vor den eigenen Gedanken (c) Zeichnung von Susanne Haun
Angst vor den eigenen Gedanken (c) Zeichnung von Susanne Haun

Auf das Buch 1000 serpentinen angst von Olivia Wenzel bin ich durch ein Artikel im Tagesspiegel (-> Klick) aufmerksam geworden. Es ist ein außergewöhnliches Buch, interessant geschrieben, voller Fragen wie die oben zitierte, die sich jeder stellen kann. Ich persönlich empfinde die Fragen als bereichernd.
Das Buch handelt von alltäglichen rassistichen Kommentare, von Herkunft und Verlust, Lebensfreude und Einsamkeit.

Das von mir ausgewählte Zitat findet sich auf Seite 207. Das Buch ist am 4.3.20 im Fischer Verlag erschienen (-> Klick).

12 Kommentare zu „Zitat am Sonntag – Olivia Wenzel

  1. eine interessante Frage. Doch in welcher Zeit solllen sich die drei treffen? Als die Oma, als die Mutter oder als die Enkelin 15 war? Oder in einer zeitraumlosen Welt?

  2. Das Buch klingt gut.

    Gerade gestern Nacht schauten meine Frau und ich Fotos ihrer Eltern an. Erstmals.

    Ihr Grossvater wurde 98. Der hat sich als junger Mann in Afrika „gut vergnügt“.

    Bzgl. der Frage:

    Sie macht auf den 1. Blick keinen Sinn, da man ja den Frauen nur begegnen kann in ihrer Zeit.
    Man würde allerdings erfahren, wie sie ihr Elternhaus und die Zeit geprägt hat. Und so Rückschüsse aufs eigene Leben erhalten, denn vieles wird auf die eine oder andere Weise weitergewreicht bzw. ist (immer noch) wirksam. So ist etwa Vertreibung mind. in der 3. Generation virulent, da bin ich überzeugt.

    1. Das glaube ich auch Gerhard. Ich erkenne auch, dass viele meiner „Tiks“ auf Erlebnisse meiner Eltern und Großeltern im Krieg zurückzuführen sind. Und diese Tiks habe ich an meinen Sohn übergeben.

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