Susanne Haun

Keine Interessierten bei der Suppenküche – Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Projekt Obdachlos, Querbruch-Obdachlos, Zeichnung by Susanne Haun on 9. November 2018

 

Impressionen von der Suppenküche Ausstellung Querbrüche Obdachlos (c) Foto von Susanne Haun

Impressionen von der Suppenküche Ausstellung Querbrüche Obdachlos (c) Foto von Susanne Haun

 

Vorgestern haben Gabriele und ich im Rahmen unserer Ausstellung Querbrüche Obdachlos vor dem Café Simit Evi am Leopoldplatz, Berlin Wedding, unsere von uns vor Ort gekochte Suppe angeboten.

Leider ist das Angebot nicht angenommen worden. Ein Interessierter kam, der wollte aber lieber 3,50 Euro statt Suppe. Ich sage es immer wieder, Hilfe muss auch angenommen werden, unsere Suppe ist nicht angenommen worden.

Gabriele, die viel Mühe und Liebe schon beim Besorgen der Zutaten und  Vorbereiten gesteckt hatte, war enttäuscht. Gut ist, dass ich mir schon vor langer Zeit abgewöhnt habe, zu große Erwartungen aufzubauen. Das hilft eine Enttäuschung zu vermeiden.

Geholfen habe ich Gabriele mit dem Schälen eines Sacks Kartoffeln und Paprika und Ingwer schneiden. Nach dem Schneiden der Zutaten in Gabrieles Küche haben wir alles in Rollkoffer und Fahrrad zum Kochen zum Simit Evi transportiert. Gabriele hatte nicht nur an die Kochutensilien sondern auch an Servietten und Holzlöffel gedacht. Das Kochen im Freien hat uns Spaß gemacht. Ich habe fleißig gerührt. 🙂

Wir standen von ca. 12 Uhr bis 16 Uhr mit der Suppe, die keiner wollte, draußen auf dem Rathausplatz. Zum Glück schien wenigstens die Sonne.

Viele sprachen uns an und fanden, wir hätten ein gutes Herz. Einer kam und wollte von uns 3,50 Euro aber er wollte keine Suppe. Wir boten die Suppe allen an, aber viele antworteten, sie können sich ihre Suppe auch selber kaufen. Vielleicht hätten wir sie verkaufen und dann das eingenommene Geld spenden sollen. Nun ist dieser Gedanke zu spät.

Dirk Jericho von der Berliner Woche kam zu uns, um uns und die Obdachlosen, die Suppe essen, zu interviewen. Auch er war erstaunt, dass keine Obdachlosen oder Hilfesuchenden da waren. Er interviewte uns beide und ich bin gespannt, was wir am Mittwoch in der Berliner Woche lesen.

Hier (Klick) könnt ihr Dirks Artikel in der Berliner Woche auch online lesen.

Die Suppe haben wir mit Hilfe von Ralph, den wir von der Händlergemeinschaft kennen, letztendlich in die Sozialeinrichtung Unter Druck e.V. gefahren. Dort wird sie heute verteilt. Da die Einrichtung sehr bekannt und angenommen ist, werden dort auch genügend Abnehmer kommen.

 

 

43 Antworten

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  1. eimaeckel said, on 10. November 2018 at 08:40

    Ja, schade! Aber wieder was gelernt. Auch Menschenn auf der Straße sind neuen Sachen gegenüber skeptisch. Aber sei getröstet: Ich habe vor zwei Tagen Kürbissuppe gekocht, um meine Tochter zu durchzufüttern und sie hat keinen Löffel davon genommen. 😉

    • Susanne Haun said, on 10. November 2018 at 10:11

      Kürbissuppe ist auch in meiner Familie kein Highlight! Ich kenne das, man kocht für die Kinder und nimmt dann die zusätzlichen Kalorien auf die eigene Hüfte. 😉

  2. Ulli said, on 10. November 2018 at 08:42

    Schon verwunderlich, dass niemand die Suppe wollte … ich staune. Gut, dass sie einen Ort gefunden hat, wo sie auch gegessen wird!
    herzliche Grüße, Ulli

    • Susanne Haun said, on 10. November 2018 at 10:12

      Ja, vielleicht ist es wie Rolf schreibt, das Skeptische dem Neuen gegenüber.

  3. Arno von Rosen said, on 10. November 2018 at 08:55

    Schade, dass eure Mühe nicht belohnt wurde, aber immerhin konntet ihr die Suppe noch für einen guten Zweck spenden!

  4. gkazakou said, on 10. November 2018 at 10:03

    Ja, verkaufen wäre eine gute Idee gewesen. Aber nun. Kamen jedenfalls genug Leute vorbei und sahen die Ausstellung?
    Über die Schwierigkeiten, mit Obdachlosen zu arbeiten, habe ich dir kürzlich einen llnk eingestellt, da geht es um einen jungen Mann, der, berührt von dem Schicksal der Obdachlosen, anfängt, provisorische Häuschen zu zimmern. Und wie er an diesem Helfenwollen fast zerbricht.

    • Susanne Haun said, on 10. November 2018 at 10:14

      Ich bin noch nicht dazu gekommen, den Film zu schauen, ich habe mir den Link gespeichert.
      Die Ausstellung war bisher gut besucht. Gestern bei der Führung waren immerhin 7 Personen dabei.

      • gkazakou said, on 10. November 2018 at 10:28

        das ist ja ganz ordentlich. Aber ich verstehe, dass ihr ein flaues Gefühl zurückbehalten habt, das ihr nun erst mal überwinden müsst.

        • Susanne Haun said, on 12. November 2018 at 12:21

          Ja, das stimmt, Gerda. Es ist ein komisches Gefühl, dass etwas bei mir verändert hat. Mal schauen, was ich daraus mache. Gerade habe ich in der Motte die Bilder abgehangen.

          • gkazakou said, on 12. November 2018 at 13:03

            schon. Nun, lass es in Ruhe sinken.Und schau dir, sobald du Zeit hast, den Film an. Dann verstehst du besser, vermute ich.

            • Susanne Haun said, on 12. November 2018 at 13:14

              Ich habe schon eine Vorstellung. Auch ich habe schwer gelernt, Hilfe anzunehmen. Es ist nicht einfach und man gibt ein Stück Selbstständigkeit ab und steht in der Schuld von Jemanden. Kein schönes Gefühl? Läuft der Film darauf hinaus?

    • Vera Komnig said, on 10. November 2018 at 16:43

      Oh, dieser link zum Film über den jungen Helfer-Mann interesseirt mich auch, gkazakou, kannst du den hier noch einmal reinstellen?

      • Susanne Haun said, on 12. November 2018 at 12:23

        Er steht irgendwo in den Kommentaren bei mir Vera, ich suche ihn heraus……

      • Susanne Haun said, on 12. November 2018 at 12:25

        Hier ist er:
        Doku-Film vom WDR:
        Es geht um den Versuch eines jungen Mannes, Obdachlosen durch den Bau einer provisorischen Unterkunft zu helfen. https://www.youtube.com/watch?v=Sfu4B_LmmzM

        • Vera Komnig said, on 12. November 2018 at 15:48

          Oh, danke vielmals, liebe Susanne, den werde ich mir heute Abend angucken!
          Sven und sein Little Home Projekt kenne ich, aber nicht den Film.

          • Susanne Haun said, on 12. November 2018 at 17:29

            Dann kannst du uns ja berichten wie du den Film empfunden hast, liebe Vera!

            • Vera Komnig said, on 12. November 2018 at 17:45

              Dann kann ich jetzt schon berichten, denn ich habe iden Film gerade angesehen. Brühwarm mein Eindruck: berührend und auch sehr bedrückend habe ich das empfunden. Bedrückend, wie sehr Sven unter und an diesem Projekt leidet. Da ist keine Leichtigkeit, weder Unbeschwertheit noch Freude zu sehen oder hören. Winzigste Freudefunken tauchen zum Schluss auf, als ein Obdachloser einen Job angeboten bekam.
              Jede der mannigfachen Enttäuschungen schmerzen Sven sehr und ziehen ihn runter, seine Beziehung zerbricht, er vereinsamt.

              Ich glaube nicht, dass es für ihn gut ist, dieses Projekt fortzuführen. Solange er niemanden findet, der bereit ist, sich mit Verantwortung und finanziell in dieses Projekt einzubringen, sehe ich schwarz.

              Der Film gibt einen sehr guten Einblick in seine Arbeit, sein Projekt. Mich hat es „runtergezogen“ und mit einem „da läuft aber gravierend etwas aus der Spur“ zurück gelassen.

              • Susanne Haun said, on 15. November 2018 at 06:25

                Guten Morgen, liebe Vera, ich bin immernoch nicht dazu gekommen, den Film zu sehen. Heute trage ich im Coloquium an der Uni eine knappe Zusammenfassung meiner Masterarbeit vor und wir diskutieren darüber. So bin ich ganz beschäftigt.
                Ja, ich weiss wie schwer es ist, sich als Helfer abzugrenzen und die Probleme nicht bis mit nach Hause zu nehmen. Ich habe mit Hilfe von meiner Neurologin gelernt, mich abzugrenzen, denn nur so kannst du sinnvoll helfen, ohne dass du selber leidest oder ein schlechtes Gewissen hast, weil du zu wenig hilfst.
                Alles nicht so einfach. 🙂 Eigentlich müssten ehrenamtliche Helfer (gerade auch in der Flüchtlingshilfe) viel besser geschult werden.

  5. Pit said, on 10. November 2018 at 16:21

    Schade, liebe Susanne, dass Eure Hilfsbereitschaft, die Euch so viel Muehe gemacht hat, nicht angenommen worden ist.

  6. Vera Komnig said, on 10. November 2018 at 16:44

    Hach, so schade, dass euer tolles Suppenengagement nicht auf hungrige Mägen stieß und toll , wie gelassen du das nimmst, liebe Susanne!
    Ja, Hilfe muss auch angenommen werden wollen.

    Prima, dass sich noch Abnehmer für die sicher leckere Suppe fanden.
    Liebe Nachmittagsgrüße von Vera

    • Susanne Haun said, on 12. November 2018 at 12:26

      Ich selber weiß, wie schwer es ist, Hilfe anzunehmen, besonders, wenn man immer sehr selbstständig war. Wir unterhielten uns, glaube ich, schon mal drüber!
      Liebe Grüße von Susanne

  7. ernstblumenstein said, on 10. November 2018 at 17:44

    Vielleicht ist man manchmal einfach zur richtigen Zeit am falschen Ort, usw. Die Suppe hat ja noch dankbare Esser gefunden, also war eure Müh nicht umsonst. Hab eine gute Zeit und Grüsse nach Berlin. Ernst

    • Susanne Haun said, on 12. November 2018 at 12:33

      Ja, Ernst, so kann es sein. Und wir haben zu zweit gearbeitet. Das ist netter als alleine. Und die Suppe hat sehr gut geschmeckt.

  8. Andreas Hendrik said, on 11. November 2018 at 01:24

    Manchmal zählt auch einfach das Zeichen…schöne Aktion!

  9. juergenkuester said, on 11. November 2018 at 08:07

    Schade, liebe Susanne, das Euer Angebot nicht angenommen wurde und keine Resonanz fand. Das Eure Suppe dann doch noch Verwendung fand, tröstet ein wenig.
    Über die Gründe läßt sich sicherlich trefflich rätseln und spekulieren.
    Ich hoffe, dass es Dich nicht entmutigt für Zukünftiges, dass ähnlich schwierig angelegt ist.
    Liebe Grüße
    Juergen

  10. Sabine Waldmann-Brun said, on 11. November 2018 at 12:27

    Manchmal wissen die Leute einfach nicht, wo es etwas Gutes gibt, wenn es sich herumgesprochen hat, klappt es oft besser. Gut, dass Euer überaus lecker aussehendes Süppchennoch dahin gefunden hat, wo es geschätzt wird!

    • Susanne Haun said, on 12. November 2018 at 12:37

      Ja, das war mein Plan B, ich dachte zwar nicht, das keiner kommt, aber ich dachte, das wenigstens einige Abnehmer kommen. Dass wir 3 x 15 Liter loswerden, das konnte ich mir schwer vorstellen….

  11. emhaeu said, on 11. November 2018 at 18:38

    Ich hätte sie genommen, die Suppe. Nein, ich hätte sie nicht genommen, weil ich das Gefühl gehabt hätte, als nicht Bedürftiger wirklich Bedürftigen etwas wegzunehmen. So wäre ich auch vorbei gegangen.
    Schönen Abend! Martin

    • Susanne Haun said, on 12. November 2018 at 12:38

      Ich denke, so ging viele von denen, die die Suppe genommen hätten 🙂
      Einen schönen Wochenbeginn von Susanne

  12. wholelottarosie said, on 11. November 2018 at 18:52

    Schade, dass eure liebevolle Mühe und euer Engagement keine Resonanz gefunden hat. Bestimmt wäre es einfacher gewesen, Euromünzen zu verteilen.
    Ich finde, die Suppe sah richtig lecker aus!

  13. wintergoldhuehnchen said, on 11. November 2018 at 19:29

    Hm, schade, dass es nicht angenommen wurde, aber ich habe mich gefreut zu lesen, dass ihr dann doch noch eine gute Verwendung für die Suppe gefunden habt 😊

    • Susanne Haun said, on 12. November 2018 at 12:39

      Ja, ich finde die Arbeit, die Jan und sein Team leistet, großartig!

  14. Linsenfutter said, on 13. November 2018 at 08:40

    So sind die Menschen. Lasst Euch nicht unterkriegen, ich finde die Aktion großartig!!!!!

    • Susanne Haun said, on 15. November 2018 at 06:26

      Ja, so sehe ich das auch. Wie schon bei Veras Kommentar geschrieben, es ist für den Helfer lebensnotwendig, sich abzugrenzen.

  15. Andrei Schnell said, on 13. November 2018 at 09:19

    Dennoch gut, dass ihr das Thema bis in die Berliner Woche getragen habt. Beim nächsten Mal klappts besser.

    • Susanne Haun said, on 15. November 2018 at 06:27

      Ja, Andrei, die Aktionen im Rahmen der Obdachlosenausstellung haben auf jeden Fall meinen Horizont erweitert!


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