Freundschaft - Vanitas Stillleben Vers. 3 - 20 x 50 cm - Hahnemühle Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

Zitat am Sonntag – Jean Anouilh

Die Dinge sind nie so,
wie sie sind,
Sie sind immer das,
was man aus ihnen macht.

JEAN ANOUILH, 1910 – 1987, französischer Autor und Dramatiker


Quelle: Paxman/Teutsch, Nimm dir Zeit, Freiburg in Breisgau 2001, S. 12.

Freundschaft - Vanitas Stillleben Vers. 1 - 20 x 50 cm - Hahnemühle Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun
Freundschaft – Vanitas Stillleben Vers. 1 – 20 x 50 cm – Hahnemühle Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

16 comments

  1. Liebe Susanne,
    das Zitat gibt zwar zu denken, ist aber völliger Quatsch. Die Dinge sind wie sie sind. Das ist sprachlich ja völlig verquer ausgedrückt, meine Lektorin hätte das mit dickem Rotstrich gestrichen, zu recht.
    Gewagt, solch einen politisch und künstlerisch fragwürdigen Autor zu zitieren.
    Mit lieben Grüßen vom heute wieder sonnigen Meer
    The Fab Four of Cley
    🙂 🙂 🙂 🙂

    1. Lieber Klausbernd,
      ich befinde mich gerade in der Kunstwerk und Werkbegriff Dingwelt. Wenn mann also davon ausgeht, dass ein Kunstwerk ein Objekt bzw. auch ein Ding ist, dass ein Subjekt betrachtet, dann macht meines Erachtens das Zitat Sinn.
      Ich hatte, bevor ich zitierte den Wikipedia Eintrag von Anouilh gelesen. Seine Vergangenheit kam mir zwiegespalten vor. Ich dachte an Heidegger, ist hier ein ähnlicher, natürlich nicht gleicher, Background vorhanden?
      Ich muss jedoch gestehen, dass ich mich in Bezug auf Anouilh nicht auskenne. Ich habe ihn nach einem kleinen Büchlein zitiert, dass ich aus einer Büchertelefonzelle mitgenommen habe.
      Es passte so gut zu meinen Forschungen zum Werkbegriff.
      Liebe Grüße von Susanne

      1. Ja, liebe Susanne, mit dem Heidegger habe ich auch meine Schwierigkeiten – aber nicht nur politisch, sondern auch ihn zu verstehen.
        Anouilhs Antigone war übrigens das erste Theaterstück, das ich sah. Meine Großmutter nahm mich dorthin mit, aber nicht nur das, ich musste auch mit ihr zuvor alles über Anouilh und die Antigone von Sophocles mit ihr lernen. Ich war da 12 und fand es fürchterlich.
        Aus völlig irrationalen Gründen fand ich mich de Gaulle verbunden, da der nämlich am gleichen Tag wie ich Geburtstag hatte und er in unserer Familie als Widerstandskämpfer hoch angesehen war. Sein Kritiker Anouilh hatte da eigentlich keine Chance.
        Das Zitat finde ich sprachlich unlogisch – anyway, mir scheint es eine Art contradictio in adjectu zu sein.
        Liebe Grüße von uns allen
        The Fab Four of Cley
        🙂 🙂 🙂 🙂

        1. Ui, lieber Klausbernd, da muss ich erst drüber nachdenken. Ein Widerspruch in sich, ja, denn die Dinge sind der äußeren Ansicht nach natürlich immer so wie sie sind, ich sehe den Spruch ja so, dass die Dinge in der Ausdeutung durchaus verschieden sein können.
          Ohhh, welch‘ ein hartes Brot für einen 12 jährigen. Da kann ich mir gut vorstellen, dass du heute noch nicht Anouilh und die Antigone magst. Das hinterlässt ja in so jungen Jahren einen bleibenden Eindruck!
          Ich schlage mich dann mal weiter mit dem Heidegger und seinem Ursprung des Kunstwerks herum. Ich finde diesen Aufsatz faszinierend.
          Liebe Grüße von Susanne, die in den Dauerregen schaut….. ist auf jeden Fall gut für die Pflanzen und den Wald!

          1. Liebe Susanne,
            hier hat es eben zu nieseln begonnen. Wir sind gerade von unserem Einkauf und Tanken in Cromer zurückgekommen. Gleich werde ich gemütlich zu einem leckeren Tee lesen. Ich lese gerade von Maggie O`Farrell „Hamnet“. Der Roman ist ein Bestseller hier in England. Nach den ersten 30 Seiten wollte ich ihn zur Seite legen, aber dann kam ich rein und kann ihn jetzt vergnüglich lesen. Man sagt ja immer, an der Schilderung von Sex und Gewalt kann man einen Roman einschätzen. Ich las dort bislang (bin jetzt auf S. 160) eine Stelle, wo Sex geschildert wird, das hat die Autorin brillant gemacht.
            Huch, du Arme, Heidegger mit seinem Geseinse ist ja nicht einfach zu verstehen. Was mir am meisten zum Verstädnis von Heidegger geholfen hat, ist Wolfram Eilenbergers Buch „Zeit der Zauberer“. Das ist ein hervorragendes Philosophiebuch finde ich.
            So jetzt bin ich auf der Suche nach einem anderen Buch – handschriftlich von mir – von dem ich keine Ahnung habe, wo ich es einordnete.
            Liebe Grüße von uns allen
            The Fab Four of Cley
            🙂 🙂 🙂 🙂

            1. Lieber Klaubernd,
              danke für den Büchertipp, ich habe das Buch von Eilenberger bei booklooker im Antiquariat bestellt. In Bezug auf den Ursprung des Kunstwerks finde ich den Heidegger nicht ganz so schwer, ich stecke jedoch auch bis über den Hals in den unterschiedlichen Definitionen in den unterschiedlichen Jahrhunderten. Es macht mir viel Spaß.
              Ich wünsche euch einen schönen Tageseinstieg, ich bekomme heute Besuch von einer Freundin, die sich meine Gedanken und meine Präsentation zum Werkbegriff anhört und anschaut. Ich freue mich schon darauf.
              Einen schönen Tag im Garten wünscht euch Susanne

    1. Ja, so ging es mir auch, Joachim, ich forsche gerade für meine Dissertation zum Werkbegriff, der wirklich in jedem Zeitalter in jeder Disziplin anders gedeutet wird.
      LG von Susanne

  2. Oh weh, das erinnert mich an den Ethik-Grundkurs in der Schule: Platons Höhlengleichnis. Sind die Dinge so wie sie uns scheinen? Gibt es das Ding an sich? Viel mehr ist nicht hängen geblieben. Aber was ist so schlimmes an dem Autor?

    1. Ich bin ein großer Fan vom Höhlengleichnis, auch wenn die Künstlerin und die Kunst dabei sehr schlecht wegkommt. Das Abbild ist das Abbild ist das Abbild könnte man sagen.
      Tja, ich denke, Klausbernd spricht auf seine zwiegespaltene Haltung im 2. Weltkrieg an.
      Liebe Grüße von Susanne
      P.S. Hast du meine Mail bekommen? Ich habe das Gefühl, dass das info@susannehaun.de von einigen Mailsystemen als Spam eingestuft wird. 🙁

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